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Siegerstraße

Förderwettbewerbe ebnen den Weg für Medieninnovationen in NRW

Lorbeerkranz

Einmal mit Daniel Craig in der Rolle des James Bond die Welt retten, in einer vollständig fotorealistischen Umgebung, das macht die Spiele-Technologie »Articy« bald möglich. Sie kombiniert 3D-Darstellungen, gefilmte Schauspieler und fotoreale Laserscans zu einer stimmigen, frei begehbaren virtuellen Welt. Die Erfindung der Bochumer »Nevigo« ist eines der zwölf Projekte, die durch den Gewinn im Förderwettbewerb »Medien.NRW« Fördermittel der EU und des Landes NRW erhalten.

Die Medien gehören dank derartiger Erfindungen zu den zukunftsträchtigsten Branchen des Landes – aber auch zu denen mit dem höchsten Konkurrenzdruck. Um die Innovationskraft kreativer Köpfe und die Netzwerkbildung zu stärken, spielen Förderwettbewerbe von Bundes- wie Landesregierung, von Verbänden oder Kommunen eine entscheidende Rolle.


Andreas Krautscheid

»Die Qualität der Vorhaben im Förderwettbewerb Medien.NRW ist beeindruckend. Mit ihrer Kreativität und Leistungsfähigkeit ist die Medienbranche unseres Landes eine Klasse für sich.«

Andreas Krautscheid, Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW


 

 

Claude Schmit

Claude Schmit, Geschäftsführer von Super RTL und Jurymitglied beim Förderwettbewerb »Medien.NRW«, mit seinem neuesten TV-Star, dem Haselhörnchen

Ein prominentes Beispiel ist der Förderwettbewerb »Medien.NRW«, der 2008 vom Ministerium für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien der NRW-Landesregierung ins Leben gerufen wurde. Er soll die vorhandenen Potenziale der Medienbranche fördern mit dem Ziel, einen leistungsfähigen Verbund auf- und auszubauen und die Stellung von NRW als Konvergenzstandort zu festigen. Die Schwerpunkte des Wettbewerbs liegen daher in den Bereichen Innovation und Kooperation. »Mit dem Wettbewerb kommen wir einem Wunsch der Medienbranche nach, innovative Projekte marktfähig zu machen und die branchenübergreifende Zusammenarbeit zu stärken«, so NRW-Medienminister Andreas Krautscheid. »Bestmögliche Rahmenbedingungen für die Medienwirtschaft sind nur gemeinsam mit der Branche zu erreichen. Mit dem Medienbeirat wollen wir ein Forum schaffen, um im regelmäßigen Dialog die Chancen der Medienkonvergenz auszuloten. Unser Ziel ist, mit dem Cluster Medien.NRW einen starken und leistungsfähigen Verbund aufbauen, der unsere Position als Konvergenzstandort Nummer 1 in Deutschland nachhaltig festigt.« Zur Jury, die die eingereichten Ideen bewertet, zählen unter anderem der Geschäftsführer der WDR Mediagroup, Michael Loeb, Katrin Schlösser von der Kölner Kunsthochschule für Medien oder der Super-RTL-Geschäftsführer Claude Schmit.
Insgesamt wurden in der ersten Runde zwölf Projekte zur Förderung vorgeschlagen – eingereicht von Hochschulen, Medienunternehmern und Tüftlern. Dazu zählen zum Beispiel das Projekt »Cologne Game Lab« der Fachhochschule Köln, die Grundy Light Entertainment mit ihrer Idee eines »European Games Award« oder das Zentrum für Medien und Gesundheitskommunikation mit dem Projekt »Identifikation neuer Märkte an der Schnittstelle zwischen Medien- und Gesundheitswirtschaft«. Auch die Internationale Filmschule Köln und die Kölner Tagtraum Filmproduktion konnten mit ihrer Idee punkten, Games für Forschung, Fort- und Weiterbildung zu entwickeln.

Vielfältige Förderung

Der Wettbewerb »Medien.NRW« ist Teil des so genannten Ziel-2-Programms von EU und NRW, das die regionale Wettbewerbsfähigkeit in Regionen, in denen sich die Wirtschaft neu ausrichtet, fördern soll. Jeder bedeutende Wirtschaftszweig wird in einem eigenen Förderwettbewerb abgedeckt, so die Kreativwirtschaft mit »Create.NRW«. »Kreative Arbeit hat viele Gesichter und ein oft unterschätztes ökonomisches Potenzial«, betont NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben. »Die Förderpolitik versucht, ihren besonderen Bedingungen Rechnung zu tragen, denn in den Kreativbranchen speist sich Wertschöpfung nicht aus Rohstoffen, sondern aus Wissen, Information und Kreativität.«

Dabei bieten sich in der Region für Kreative noch weitaus mehr Förderwettbewerbe, beispielsweise auf kommunaler Ebene. Der Kölner Medienpreis richtet sich speziell an Journalisten im Print-Bereich, in TV, Rundfunk und im Internet. Das Preisgeld von 27.500 Euro wird von der Firma RheinEnergie gestiftet und der Wettbewerb wird in Kooperation mit der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft durchgeführt.
Vereine und Verbände sind generell aktiv in der Ausschreibung von Förderwettbewerben vertreten: Der Ernst-Schneider-Preis der Industrie- und Handelskammern, der von Köln aus organisiert wird, gehört zu den Highlights. Er fördert gezielt den spannend aufbereiteten Wissenschaftsjournalismus. Außerordentliche journalistische Verdienste um den Natur- und Umweltschutz des Landes NRW belohnt der Naturschutzbund NRW mit seinem mit 1.500 Euro dotierten Medienpreis. Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk trägt seinen Teil zur Palette der Förderwettbewerbe bei. Dazu zählt der ARD-ZDF-Förderpreis »Frauen und Medientechnologie« unter der Schirmherrschaft von WDR-Intendantin Monika Piel oder der Hörfunkpreis der Landesanstalt für Medien (LfM), der herausragende kreative Leistungen im Privatfunk auszeichnet. »2008 haben wir bei den Einsendungen zum Wettbewerb neue Rekorde verzeichnet«, freut sich LfM-Vizedirektor Dr. Jürgen Brautmeier. »Die Qualität der Beiträge zeigt, dass im Lokalfunk in der Berichterstattung und in den Werbestrecken hohe Maßstäbe gelten.«

Clusterinitiative Medien

Diese und andere Wettbewerbe sind sowohl Ausdruck der Medienkonvergenz in der Region als auch Förderinstrument zur Stärkung des Medienclusters NRW. Eine Studie des Kölner memi-Instituts präsentierte 2008 zur Weiterentwicklung dieses Clusters Handlungsempfehlungen für die Landesregierung. Die Betonung der Medienkonvergenz und neue Wachstumspotentiale durch Vernetzung, die auch in den meisten Förderwettbewerben zum Ausdruck kommt, trifft in NRW auf günstige Voraussetzungen, wie der Direktor des memi-Instituts Prof. Dr. Werner Schwaderlapp erläutert: »Für den neuen Medien-Konvergenz-Markt hat das Land beste Voraussetzungen: gute Positionen in allen Medien-Teilmärkten, eine herausragende Stellung bei TV und Werbung, große Telekommunikationsunternehmen, eine agile IT-Landschaft und ein attraktives Umfeld für Kreative. Um volle Wirkung zu entfalten, kommt es auf die Vernetzung dieser Potenziale an.« Die Studie bietet auch Ideen für neue Förderwettbewerbe, etwa zu den Themen »Online-Content und Geschäftsmodelle«, »Mobilkommunikation« oder »Gaming«.

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