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Ich prognostiziere, dass die Zirkusdirektoren zurückkommen werden“, betonte Thoma schon 2006. „Wir brauchen Zirkus. In der dank neuer Techniken gerade entstehenden Vielfalt von Programmen werden die Reichweiten der Etablierten weiter zurückgehen. Diese Entwicklung kann nur mit originellen Inhalten verhindert werden.“
Mit seinem Seitenwechsel hat Thoma sein Gefühl für gutes Timing erneut unter Beweis gestellt: Während sich die Privatsender seit 2001 in unruhigem Fahrwasser bewegen, erscheint Consulting weiterhin als ein Geschäft mit Zukunft. Im Jahr 2007 konnte die Branche deutschlandweit laut Studie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2007/08“ des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) eine Umsatzsteigerung von 11,8 Prozent auf 16,4 Mrd. Euro verbuchen.
Gerade in NRW haben große internationale Unternehmensberatungen wie McKinsey oder Booz Allen Hamilton, die auch für Medien- oder Telekommunikationsunternehmen tätig sind, ihre deutsche Niederlassung etabliert. Aber die reichhaltige Medienlandschaft an Rhein und Ruhr bietet auch Raum für zahlreiche mittelständische und freiberufliche Consultants.
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Staatliche Förderung
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„Sie glauben gar nicht, mit welchen Ideen ich es schon zu tun hatte.“ In seiner Berufspraxis sind Dr. Kai Thierhoff, Unternehmensberater aus Köln, der sich auf Medien und Kultur spezialisiert hat, schon viele Anfragen von Existenzgründern begegnet, über die er nur hilflos mit dem Kopf schütteln konnte. „Es ist die Aufgabe eines Unternehmensberaters, die Geschäftsplanung auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.“ Viel lieber begleitet Thierhoff hoffnungsvolle Gründer beim Unternehmensstart, zumal die Beratungskos-ten aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums und des Europäischen Sozialfonds ESF bezuschusst werden können. Gefördert werden Beratungen durch qualifizierte Unternehmensberater mit der Übernahme von 50 Prozent des Beratungshonorars, maximal jedoch 3.000 Euro.
„Die Medienbranche ist insgesamt innovativer, allerdings weniger kaufmännisch und eher künstlerisch orientiert“, betont Markus Kraemer, Vorstand der TMS Unternehmensberatung aus Köln. „Wir beraten nicht in der Sache, sondern wir übernehmen das Finetuning, damit wirtschaftlich mehr herauskommt. Viele Veränderungsideen schlummern schon in den Unternehmen, die Frage ist oft nur, welchen Weg man schließlich wählt, um Erfolg sicherzustellen.“ Da es die Medienbranche mal wieder mit drastischen Umwälzungen zu tun hat, sind diese Fragen nicht zu unterschätzen. „Ein Berater hat auf die großen Fragen der Digitalisierung sowie des demografischen und medienrezeptorischen Verhaltens auch keine endgültigen Antworten,“ erklärt Dr. Martin Fabel von der Unternehmensberatung A.T. Kearney hierzu. „Er kann aber den Medienunternehmen dabei helfen, das beste verfügbare Wissen in die eigenen Risikoentscheidungen einzubringen und den Entscheidungsprozess möglichst rational und substantiiert ablaufen zu lassen.“
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Vernetzung
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Vertrauen ist das wichtigste Gut des Unternehmensberaters, da neue Aufträge überwiegend über Empfehlungen Dritter zustande kommen. Dementsprechend verschwiegen sind Berater, wenn es um ihre Kundenprojekte geht. Deutlich offensiver treten sie in eigener Sache auf Medienveranstaltungen auf. Beim medienforum.nrw ist beispielsweise der Medienberater, TV- und Verlagsmanager Werner Lauff regelmäßig als Referent mit von der Partie. Dies gilt auch für Telekommunikationsexperte Pascal Tilly, der als Berater für „mobile Broadcast“ gefragt ist. Ehemalige Fernsehmacher wie der frühere Leiter der Programmplanung bei VOX, Eric Karstens, oder auch Prof. Dr. Helmut Thoma fühlen sich sichtlich wohl unter ihren Nachfolgern, denen sie gerne den einen oder anderen Ratschlag mit auf den Weg geben.
Für die PR in eigener Sache stellen Medienstudien ein weiteres probates Mittel dar. Die Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers führt unter dem Titel „German Entertainment Outlook“ regelmäßig Studien zur Entwicklung des Medienmarktes durch; Mercer untersucht ebenfalls die deutsche Medienlandschaft. Der Dauerbrenner „Konvergenz“ war in den letzten Jahren das beherrschende Thema von KPMG-Studien („Das Marktpotenzial von Konvergenz“).
Kleinere Beratungsfirmen greifen seltener zu diesem relativ teuren Marketinginstrument, wie Markus Kraemer (TMS) erklärt: „Sie sind in der Erstellung recht aufwändig und schnell veraltet.“
Eine Vernetzung suchen manche Consulting-Firmen mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Sie unterstreichen damit die Kompetenz ihrer Berater, die als Dozenten auftreten. Wissenschaft und Lehre sollen auf diese Weise von der Berufspraxis der Consultants profitieren. |