Multimedia mobilNRW beschreitet mit Handy- Mehrwertdiensten neue Wege
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SMS-Geburtstagsgrüße mit Veilchenduft oder MMS-Botschaften aus dem Urlaub, frische Meeresbrise inklusive? Was wie Zukunftsmusik klingt, hat die conVisual AG aus Oberhausen, Spezialist für interaktive Mehrwertdienste, zusammen mit dem Institut für Sensorikforschung und Innovationsberatung Göttingen tatsächlich entwickelt. Ein spezieller Chip, auf dem verschiedene Düfte gespeichert sind, soll dem Mobiltelefon in wenigen Jahren eine neue Sinnesdimension erschließen. |
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Am 3. Dezember 1992 staunte der damalige britische Vodafone-Geschäftsführer nicht schlecht, als er 15 Zeichen auf seinem Handy auftauchen sah: Der Softwaretechniker Neil Papworth schickte ihm von seinem PC aus die Botschaft „Merry Christmas“, übertragen auf dem Signalisierungskanal für den Rufaufbau. Dies markierte die Geburtsstunde des ersten Mobilfunk-Mehrwertdienstes mit den magischen drei Buchstaben SMS. Seitdem sind die Mobiltelefone nicht nur beträchtlich kleiner und handlicher geworden, sie haben sich zu echten Multimedia-Maschinen entwickelt, denen fast nichts mehr unmöglich ist. Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr Handy-Verträge als Einwohner – im April 2008 knackte der Markt die Marke von 100 Mio. Anschlüssen.
Ihren Sitz in NRW haben nicht nur die drei größten deutschen Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone und E-Plus, in ihrem Umfeld haben sich auch unzählige Dienstleister für Mehrwertdienste angesiedelt. Dabei erschöpft sich das Spektrum der Angebote längst nicht mehr in Klingeltönen, Displaylogos und Spielen. Im Entertainment-Bereich lassen sich bereits ganze Filme auf das Handy laden. Über den eingebauten Internetzugang kann man immer und überall jede nur denkbare Information beschaffen, und selbst Einkäufe per Handy sind keine Seltenheit mehr.
Das mobile Internet sorgt dafür, dass manche klassischen Mehrwertdienste an Attraktivität verlieren. So lohnt es sich mittlerweile, statt Klingeltönen komplette Songs aus dem Netz zu laden, die sich dann wiederum als Klingelton verwenden lassen. Auch das „Simsen“ könnte bald ausgedient haben, da das Schreiben von E-Mails über das Handy deutlich komfortabler und ohne Zeichenbeschränkung funktioniert. Noch deutlicher wird dies bei Geräten und Verträgen, die Instant Messaging unterstützen. Laut einer Untersuchung des deutschen Branchenverbands Bitkom sollen für die Provider bis Ende 2008 bereits 14 Prozent des Gesamtumsatzes durch mobiles Surfen und E-Mail-Dienste generiert werden.
Diese Entwicklung stellt nur einen ersten Schritt zum „Handy 2.0“ dar, denn parallel dazu entstehen immer mehr Dienste für die mobile Nutzung von „Social Networks“. So machte im April 2008 das Projekt „Aka-Aki“ von sich reden: Die Installation eines speziellen Programms auf dem Handy ermöglicht es, andere Mitglieder des Netzwerks zu erkennen und Informationen über diese Personen, die als Profil auf der Internetseite hinterlegt sind, abzurufen.
Einen ganz ähnlichen Service bietet schon seit dem Herbst 2007 das Dortmunder Unternehmen pleXme an. Gründer und Geschäftsführer Dr. Dieter Kramps erläutert das Konzept folgendermaßen: „Wir bieten mit pleXme jedem die Möglichkeit, per Handy zu jeder Zeit spontan Mitmenschen zu finden, die jetzt und hier Lust haben, tanzen zu gehen, ein Livekonzert zu besuchen, Sport zu treiben oder auch zu flirten.“ Nach der Registrierung der eigenen Interessen im Netz kann man mit einer SMS eine Liste aller anderen Mitglieder mit den gleichen Interessen, die sich in nächster Nähe aufhalten, anfordern und mit diesen Kontakt aufnehmen.
Im Frühjahr 2008 veröffentlicht der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco und das Dortmunder Software-Unternehmen VIVAI AG die Langzeitstudie „Bezahl‘s doch mobil“. Danach wünscht sich rund die Hälfte der Deutschen die Möglichkeit, mit dem Handy zu bezahlen. „Mobile Zahlungsverfahren sind grundsätzlich attraktiv und kommen bei den Leuten an. Somit stellt sich nicht die Frage, ob M-Payment kommt, sondern wann,“ erklärt Dr. Bettina Horster, Vorstand von VIVAI. Zeitgleich mit dieser Studie bieten die Mobilfunkbetreiber Vodafone und O2 den sogenannten „mpass“ an. „Das Handy ist wie Schlüssel und Geldbörse bereits jetzt ein wichtiger Begleiter und wird zukünftig mit Funktionen wie etwa mobilem Bezahlen noch wichtiger werden“, betont Frank Rosenberger, Marketing-Geschäftsführer von Vodafone. Das Bezahlsystem kombiniert das klassische Lastschriftverfahren mit der Zahlungsbestätigung per SMS. Bei Bestellung im mobilen Portal oder im Internet gibt der Kunde seine Handynummer und ein Passwort ein und muss dann nur noch die eingegangene SMS bestätigen, um die Abbuchung des Geldes zu veranlassen. Bei diesem Verfahren müssen weder Kreditkartennummern noch Kontodaten übermittelt werden, was die Zahlungssicherheit deutlich erhöht. „Die Zahlungsabwicklung bietet auch Händlern zahlreiche Vorteile wie etwa effizientere Abrechnungsprozesse und die Erweiterung der eigenen Kundenbasis um Neukunden, die dem Einkaufen und Bezahlen im Internet bisher skeptisch gegenüberstanden“, erklärt Rosenberger.
Für Werbezwecke wird auch die Bluetooth-Funktion zunehmend interessanter. Die Kölner Medienagentur Ströer realisierte für die Download-Plattform mp3.de der Kölner Tigavision GmbH eine Kampagne, die über Bluetooth-Hotspots an Werbetafeln einen aktuellen Songhit direkt auf sich in der Umgebung befindliche Handys sendet. Tigavision-Geschäftsführer Johannes Erlemann ist von dem Konzept überzeugt: „Durch diese Aktion konnte ich meinen Umsatz verdoppeln.“ |
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