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Will Streaming Kill the Radio Star?

Simfy & Co. im Wettbewerb um die Gunst der Hörer

Simfy

Das Simfy Team: Gerrit Schumann (CEO), Steffen Wicker (CIO), Georg Bergheim (COO) und Christoph lange (CMO)



 

 

Radio Freecom

Die Zeiten, da sich die ganze Familie gespannt vor dem Radiogerät versammelte, um ein Hörspiel mitzuverfolgen, sind lange vorbei. Seit dem TV-Boom der 60er Jahre hat sich Radio zum Hintergrundmedium entwickelt: als Weckruf, beim Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit. Nun droht der Hörfunkkultur eine weitere Medienrevolution: Internet-Musikdienste und Podcasts konkurrieren verstärkt mit dem klassischen Rundfunk. Legale Streaming-Angebote wie etwa das Kölner Startup Simfy machen den Hörer zum Diskjockey.

Simfy kommt von »simplify«. Vereinfachen will das Streaming-Portal vor allem eines: den Zugang zur ganz persönlichen Lieblingsmusik. 16 Millionen Musiktitel bietet Simfy seinen Usern, die sie in Playlists zusammenstellen und mit ihren Freunden über soziale Netzwerke austauschen können. Darüber hinaus erhalten Musikfans Empfehlungen, die auf der Angabe ihrer Favoriten beruhen. Das funktioniert entweder kostenlos mit Werbeeinblendungen oder gegen Zahlung einer monatlichen Flatrate-Gebühr.

»Unser klares Ziel ist es, der beste Service für das Entdecken neuer Musik zu sein«, erklärt Gerrit Schumann, Geschäftsführer von Simfy: »Es gibt immer mehr Musiktitel - die für sich relevanten Titel zu finden wird dabei umso herausfordernder. Neben redaktionellen Empfehlungen und der Integration in soziale Netzwerke werden wir zukünftig neue Wege gehen und Music Discovery ganz neu definieren - mit dem Ergebnis ganz persönlicher, aktueller und relevanter Empfehlungen. Da sehe ich eine ganz klare Lücke im Markt.«

Finanziert werden Simfys teure Lizenzverträge mit GEMA & Co. vor allem durch Risikokapital: Stattliche 30 Millionen Euro haben Earlybird Venture Capital, NRW.BANK und der Großaktionär Klaus Wecken bereits in das Startup-Unternehmen gesteckt: für den deutschen Markt ein ganzer Batzen.

Zum zweijährigen Geburtstag im Mai 2012 konnten Schumann und sein Team rund zwei Millionen Nutzer präsentieren. Dazu, wie viele von ihnen als »Premiumkunden« das kostenpflichtige Angebot des Streaming-Dienstes nutzen, macht Simfy keine Angaben; Schumann selbst spricht von einer »sehr gesunden Prozentzahl«.

Webmusik: Live-Streaming und Podcasts

Laut einer aktuellen Studie der dapd Nachrichtenagentur nutzen jedoch gerade einmal drei Prozent aller Internetnutzer in Deutschland kostenpflichtige Streaming-Angebote, etwa von Simfy oder dem schwedischen Konkurrenten Spotify. Entgeltfreie Dienste wie Youtube und Webradio dagegen werden von 41 Prozent aller User in Anspruch genommen. Webradio - die Übertragung des Sendeprogramms via Internet-Livestream - wird inzwischen von allen namhaften Rundfunksendern angeboten. Zwar kann dabei die Musikauswahl nicht frei zusammengestellt werden. Durch die Wahl des Senders bleibt aber auch hier viel Spielraum für Individualität.

Beliebte Webradio-Anbieter punkten zudem mit unterschiedlichsten Non-Music-Formaten. Als Podcasts - ein Kofferwort, das sich aus den Begriffen iPod und Broadcasting zusammensetzt - können diese gratis auch unabhängig von Sendezeiten abgerufen werden. Anders als beim Livestreaming wird die Audiodatei dabei von einem Server oder Client auf das Endgerät des Podcast-Abonnenten geladen. Unter den Top 100 der beliebtesten deutschen Podcasts ist Radio aus NRW ganz oben mit dabei - so etwa die Deutschlandradio-Nachrichten, das WDR-Wissensmagazin »Leonardo« oder »Die Comedys« des WDR-Tochtersenders 1Live.

Die Übertragungskanäle mögen sich also ändern - der Beliebtheit des Mediums Radio mit seinem klassischen Mix aus Musik, News und Unterhaltung tut dies jedoch keinen Abbruch. Radio ist und bleibt die Nummer 1 der Audio-Medien.

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