MEDIA GUIDE  Sender   Produktion  I  Telekommunikation  I  Service  I  Veranstaltungen  I  Adressen  I  Ausbildung 

|Kassensturz |Local Fiction |Neue Dimensionen |Heimkino in 3D |Unitymedia
|Deutsche Welle |Radio für ganz Deutschland |Webradio macht mobil |Streaming Radio |Forever young
Visual
Volltext suche:  Suche  Info  DE

EN

 

Kassensturz

Katzenberger

Daniela Katzenberger am Set ihres erstes Musikvideos



RTL interactive

RTL Now: Video on Demand erschließt neue Einnahmequellen im Netz.

Das werbefinanzierte Kerngeschäft der privaten TV-Sender könnte mittelfristig stagnieren, marktfremde Wettbewerber ziehen zunehmend Wertschöpfung ab. Gleichzeitig entwickeln sich E-Commerce und Eventproduktionen zu ergänzenden Ertragssäulen. Die Kernkompetenz der Fernsehmacher bleibt dennoch die Produktion und Vermarktung massentauglicher Unterhaltungsprogramme, gerne auch im Internet abrufbar. Der Export erfolgreicher Formate spült zusätzliches Geld in die Kassen.

Kult-Blondine Daniela Katzenberger fühlt sich bei RTL interactive gut aufgehoben. Seit Anfang 2011 managen die Kölner für die »Kampfkatze«, bekannt aus den Dokusoaps »Goodbye Deutschland!« und »Natürlich blond«, Lizenzen und Merchandising-Produkte. Das Tochterunternehmen von RTL übernimmt Entwicklung, Marketing, Vertragsmanagement und Kampagnenplanung für TV-Formate. Der Handel mit Lizenzprodukten fügt sich in eine Reihe von Geschäftsmodellen ein, mit denen der Sender zusätzliche Ertragsquellen erschließt. Hierzu zählen beispielsweise die »media services« mit denen RTL interactive Telefonvotings, SMS-Chats und kostenpflichtige Faxabrufe anbietet. Das soziale Netzwerk »Wer kennt wen?« gehört seit mittlerweile zwei Jahren zur Tochterfirma des Privatsenders und liegt mit 9,3 Mio. deutschsprachigen Mitgliedern beinahe gleichauf mit Facebook (ca. 10 Mio. deutschsprachige Mitglieder).»Wer kennt wen?« spiegelt allerdings nur einen kleinen Ausschnitt der Online-Vermarktungsmöglichkeiten des Senders wider. Bemerkenswerte Quoten erzielten inzwischen die RTL-Videoangebote: Die Programmmacher freuen sich beispielsweise über 123,5 Mio. Videoabrufe der achten Staffel der Castingshow »Deutschland sucht den Superstar«, die seit Januar von den Internetplattformen des Senders abgerufen wurden. Der durchschnittlicher Marktanteil der Sendung bei der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen liegt bei über 32,4 Prozent.

Die Zahlen bestätigen die Strategie des Senders, Zuschauer zunehmend über das Internet anzusprechen. Laut RTL interactive riefen die User alleine 5,5 Millionen Clips der »Superstars« von mobilen Geräten aus ab. Der Rückblick auf das Jahr 2010 bestätigt den rekordverdächtigen Trend: Die Online-Angebote der RTL-Group brachten es europaweit auf mehr als 1,4 Milliarden Videoabrufe und erzielten einen Umsatzzuwachs von 41 Prozent.

Video on Demand

Noch nie war es so einfach, bequem und kostengünstig, auf eine beinahe unbegrenzte Menge an Video-Content zuzugreifen – und das vom heimischen Sofa aus, vom Notebook oder vom Smartphone. Der Zuschauer wird zu seinem eigenen Programmdirektor: Er bestimmt, was er sieht, wann er es sieht und wo er es sieht.

Deutsche Internetnutzer werden dennoch in absehbarer Zeit keine private TV-Web-Plattform ähnlich dem amerikanischen Videoportal »Hulu« nutzen können. Das Bundeskartellamt hat die geplante Video-on-demand-Angebot der Sendergruppen RTL und ProSieben SAT.1 gestoppt. Die Wettbewerbsbehörde untersagte den Aufbau und Betrieb einer gemeinsamen werbefinanzierten Plattform im Internet mit der Begründung, dass die beiden großen Sendergruppen einen Anteil in Höhe von 83 Prozent am TV-Werbemarkt haben und damit marktbeherrschend seien.
Für den Betrieb planten die RTL interactive GmbH und die ProSiebenSat.1 Media AG die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft, die den teilnehmenden Sendern die nötigen technischen Dienstleistungen wie Hosting und Streaming zur Verfügung stellen sollte.
Die vorerst gescheiterte Initiative zeigt, wie die Privatsender über Sendergrenzen hinweg der Abwanderung des Fernsehpublikums ins Internet entgegensteuern wollen.
Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF werden hingegen für ihre neue kommerzielle Online-Plattform »Germany’s Gold« wohl grünes Licht vom Bundeskartellamt erhalten. Ein Verbot ist unwahrscheinlich, da ARD und ZDF nur einen Anteil von 5,2 Prozent am TV-Werbemarkt haben.


Marc Schroeder

»TV ist und bleibt das Leitmedium – mit 223 Minuten im Tagesdurchschnitt haben die deutschen TV-Zuschauer 2010 so viel ferngesehen wie noch nie zuvor. Zusätzlich nutzen sie auch immer mehr die Möglichkeit des Abrufs von TV-Inhalten im Internet über unsere Angebote und Apps.«

Marc Schröder, CEO RTL interactive


Die Maus

Keine Spur von Midlife Crisis: Die Maus wird 40.

Content Syndication

Mit YouTube & Co. stoßen Fernsehsender auf branchenfremde Konkurrenten,  die in den USA bereits damit beginnen, selbst Content zu produzieren. YouTube plant, eigene Inhalte rund um eine Anzahl von Kanälen mit jeweils einem thematischen Schwerpunkt zu organisieren. Internet- und Technologieunternehmen wie Google oder Apple setzen mit maßgeschneiderten Inhalten und innovativen Endgeräten die klassischen Anbieter unter Druck. Die werberelevante Zielgruppe ändert ihren TV-Konsum und nutzt internetbasierte Plattformen wie iTunes, YouTube oder Zattoo zunehmend als Ergänzung oder Ersatz. Bis 2015, so das Ergebnis der Studie, werden rund 30 % der Gesamtumsätze im deutschen TV & Video-Bereich an Wettbewerber aus dem New Media-Bereich gehen.

Privatsender kooperieren im Gegenzug verstärkt mit »Content Syndication Partnern«, die ihr eigenes Onlineangebot durch Premium-Content bereichern wollen. Auf der Internetseite bunte.de sind beispielsweise Clips der RTL-Mediengruppe zu sehen. Von der Bewegtbild-Partnerschaft profitieren der Burda-Verlag und RTL interactive gleichermaßen. Mit dem »RTL Channel Player« erhalten die Nutzer der Website bunte.de die Möglichkeit, kurze Webclips zu erfolgreichen RTL-Formaten in themenspezifischen Kanälen wie Information, Boulevard, Service, Lifestyle oder TV-Programm abzurufen. »Content wird zum Markt- und Lizenzprodukt. Maximale Vielfalt und Flexibilität für die Konsumenten sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren«, fasst Thomas Künstner, Medienspezialist der Unternehmensberatung Booz & Company, die Ergebnisse einer firmeneigenen Studie zusammen.

TV-Event

Aufwändige Event-Produktion zeigen, dass sich mit Premium-Content außerhalb des Internets nach wie vor Erfolge erzielen lassen.
Die Produktionsfirma teamWorx am Kölner Stadtwaldgürtel hat in diesem Bereich die deutsche Fernsehlandschaft maßgeblich geprägt. Inzwischen umfasst das Portfolio des Unternehmens neben spektakulären Event-Mehrteilern wie »Dresden«, »Die Flucht«, »Schicksalsjahre« oder »Hindenburg« auch vielfach preisgekrönte TV-Filme wie zum Beispiel »Mogadischu«, »Rose« oder  »Der Mann aus der Pfalz«.

7,84 Millionen Zuschauer sahen am 7. Februar 2011 bei RTL den ersten Teil des spektakulären Zweiteilers »Hindenburg«. Damit erzielte das starbesetzte TV-Event in der Zielgruppe von 14 bis 49 Jahren einen Marktanteil von 27,7 Prozent. Spezialeffekte auf Hollywood-Niveau sind nicht zuletzt für den weltweiten Vertrieb dieser Produktion nützlich, die sich wie andere deutsche TV-Formate einer steigenden Nachfrage im Ausland erfreut.
Alleine in den Jahren 2006 bis 2008 entstanden insgesamt mehr als 52 verschiedene internationale Varianten von deutschen Formaten, zehnmal mehr als im Zeitraum von 2002 bis 2004.
Nachgefragt werden nicht nur Action-Serien wie »Cobra 11« (RTL), sondern in zunehmendem Maße Shows und Reality-Formate wie »Schlag den Raab« (Brainpool TV), »Genial daneben« (Hurricane), »Raus aus den Schulden« (Probono), und »Böse Mädchen« (Sony Pictures).
Alle diese Produktionen kommen aus Nordrhein-Westfalen.

Maus & Elefant

Wer die Entwicklung neuer Erlösquellen ausschließlich bei den privaten Anbietern vermutet, springt zu kurz. Während die öffentlich-rechtlichen Anstalten mit Spannung die Entwicklung der Gebühreneinnahmen nach Umstellung des Modells ab 2013 erwarten, werden ihre Werbezeiten in Zukunft wohl eher eingeschränkt. Das prall gefüllte Archiv mit Verwertungsrechten aus 60 Jahren deutscher Fernsehgeschichte lässt kreativen Vermarktern viel Spielraum, ohne dass politischer Gegenwind zu erwarten wäre.

Besonders viel Erfahrung auf diesem Gebiet kann der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit produziert und im Ausland verkauft. Dazu gehören Programmhighlights für das ARD-Vorabendprogramm wie die Serien »Verbotene Liebe« und »Wissen vor 8«.
Die öffentlich-rechtlichen Sender waren bereits in den 1970er-Jahren Pioniere auf dem Gebiet der Vermarktung deutscher Formate im Ausland: Von den Niederlanden bis Australien schalteten die Zuschauer ein, wenn Horst Tappert als »Derrick« ermittelte.

Mit den insgesamt 13,83 Millionen Zuschauern und einer Einschaltquote von 49,3 Prozent ist der »Eurovision Song Contest« die bisher erfolgreichste Fernsehsendung in Deutschland in diesem Jahr – in diesem Fall allerdings mit Schützenhilfen von ProSieben-Ikone Stefan Raab. Das Finale in Düsseldorf wurde in die 43 Teilnehmerstaaten sowie nach Australien und Neuseeland ausgestrahlt.
Die Programmmacher der ARD durften das Motto der Veranstaltung »feel your heart beat« bei der Betrachtung der Einschaltquoten am eigenen Leib spüren: Die Sendung erreichte bei der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 59,1 Prozent, wo sonst das Durchschnittsalter der Zuschauer bei über 60 Jahren liegt.


© 2000-13 Messe Treff Verlag