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3D-TV:

Neue Dimensionen

Legende

»Legende der Wächter«: 3D-Filme werden schon heute fürs Heimkino produziert.



Panasonic



Fernsehen in 3D – ein Prozessor, der mit acht Rechnerkernen und 3,2 Gigahertz arbeitet, macht’s möglich: Die »Cell-TV«-Technologie des Unterhaltungselektronikherstellers Toshiba erlaubt es sogar, selbst gedrehte Videos in 3D zu genießen. Das Fernsehen steht – schon kurz nach der Einführung von HDTV – vor dem nächsten wegweisenden Technologiesprung: Flache Bilder sind Vergangenheit, 3D-TV gehört die Zukunft.

Seit dem Start des Farbfernsehens im Jahr 1967 hat sich das Fernsehen in Deutschland technisch nicht wesentlich verändert – bis jetzt. Seit Beginn des HDTV-Regelbetriebs der öffentlich-rechtlichen Sender während der Olympischen Spiele in Vancouver 2010 setzt sich der neue Qualitätsstandard in Deutschland endgültig durch. Das Problem ist nur, dass bislang noch zu wenige Inhalte in echter High-Definition-Qualität vorliegen: Sendungen in Standardqualität werden in der Regel nur »hochgerechnet«, womit sich aber kein echter HD-Effekt erzielen lässt.


Über den hochauflösenden Standard HD+ haben RTL, VOX und Co. in Kooperation mit Astra SES, ein Geschäftsmodell etabliert, das sie von der reinen Werbefinanzierung unabhängiger macht. Über 750.000 Haushalte in Deutschland empfangen inzwischen die Senderprogramme über HD+. Für den Kauf eines HD+ Receivers ist der Empfang in der Regel für 12 Monate kostenlos. Danach wird eine jährliche Gebühr von 50 Euro fällig. Denn mit HDTV kommen auch zusätzliche Kosten auf die Programmbetreiber zu, wie Ursula K. Adelt, ehemalige Geschäftsführerin des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), betont: »Ohne HD+ könnten sich die privaten Free-TV-Veranstalter ein HDTV-Angebot nicht erlauben.« Für die Konsumenten bringt HD+ neben der besseren Qualität aber auch Einschränkungen: Mit HD+ kann die Aufnahmefunktion unterbunden werden, Aufzeichnungen können vom Sender gelöscht werden, und »Ad Skipping«, das Vorspulen von Werbung, kann komplett verhindert werden.



3D-Zeitleiste

Die Entwicklung der 3D-Technik in Film und Fernsehen


Topper gibt nicht auf

Mit technischem Know-how aus NRW drehten Studenten an der HFF Potsdam den ersten deutschen 3D-Film »Topper gibt nicht auf.«



Topper gibt nicht auf

»Topper gibt nicht auf« (2010) – der erste deutsche 3D-Kurzspielfilm – ist ein Teil des Forschungsprojekts »Produktions- und Projektionstechniken für immersive Medien« (PRIME), an dem u.a. auch der Neusser Filmtechnikhersteller »Kinoton« und die Arbeitsgruppe Medieninformatik & Entertainment Computing der Universität Duisburg-Essen beteiligt sind.




3D-TV kommt in Fahrt

Die Zuschauer erwartet schon bald ein ganz neues Fernseherlebnis, das die Taktik der Privaten  zu noch mehr Erfolg führen könnte: Das Fernsehen in der dritten Dimension. Natürlich ist die Idee des räumlichen Kinos nicht erst in den letzten Jahren entstanden. Schon vor über 100 Jahren verblüfften Stereoskope die Besucher auf Jahrmärkten mit räumlichen Ansichten aus fernen Ländern, von Naturkatastrophen und leichtbekleideten Frauen. Auch die Brüder Lumière experimentierten in ihren ersten Produktionen mit 3D-Effekten. Doch erst Anfang der 1950er-Jahre wurde 3D dank der Doppelprojektionstechnik in Filmen wie »Bwana, der Teufel« oder »Bei Anruf Mord« zum massentauglichen Phänomen. In den 1980er-Jahren tauchten wieder 3D-Filme auf, beispielsweise »Der weiße Hai 3D«, konnten jedoch in puncto Bildqualität nicht punkten.
Es waren wieder leicht bekleidete Frauen, die die ersten 3D-Experimente im Fernsehen rechtfertigten. Die RTL-Show »Tutti Frutti« wurde in den 1990ern mit der Pulfrich-Technik produziert: Hierbei trägt der Zuschauer eine Brille mit einer hellen linken und einer dunklen rechten Folie. Im Vergleich zu einem Bild normaler Helligkeit werden abgedunkelte Bilder verzögert wahrgenommen, womit ein Stereoeffekt entsteht, obwohl die Bilder mit einer herkömmlichen Kamera aufgenommen wurden.

Initialzündung

Die 3D-Welle im Kino seit 2005 wirkt endgültig als Initialzündung für 3D im Fernsehen und die Digitalisierung im Allgemeinen. Die TV-Gerätehersteller setzen fast alle auf die neue Technik. Sony, LG, JVC und Panasonic verkünden alle die Marktreife ihrer Produkte. »Die serienreifen Geräte dürften auf der nächsten IFA vorgestellt werden und danach in die Läden kommen«, betont Peter Koch, der zuständige 3D-Experte bei LG Electronics Deutschland aus Willich.


Attraktiv ist das dreidimensionale Fernsehen allemal. Gerade Fußballspiele dürften Zuschauer anlocken. Bei der Fußball-WM 2010 produzierte die FIFA bereits einige Partien in stereoskopischem 3D, allerdings noch nicht für den 3D-Genuss im Eigenheim. Dieser soll den Zuschauern bei »Public Viewings« in ausgewählten Städten vorbehalten sein. Die EM 2012 wurde vom skandinavischen Pay-TV-Anbieter Canal Digital Nordic dann sogar erstmals komplett in 3D übertragen.

Zurückhaltung

Während aber die britische Pay-TV-Plattform BSkyB bereits einen eigenen 3D-Kanal mit Sportübertragungen, Filmen und Unterhaltungsprogrammen angekündigt hat, und die BBC die Olympischen Sommerspiele 2012 in London komplett dreidimensional überträgt, halten sich die deutschen TV-Macher noch weitgehend zurück. Einen Grund dafür nennt Eckhard Matzel vom ZDF: »Ein dreidimensionaler Eindruck stellt natürlich einen Mehrwert für den Zuschauer dar, allerdings relativiert sich das sehr schnell, wenn dadurch Nachteile, wie zum Beispiel das grundsätzliche Tragen einer Brille in Kauf genommen werden müssen. Oder wenn die Auflösung gegenüber HDTV wieder reduziert werden muss, um die enormen Bandbreiten bis zum Zuschauer zu bringen.« Ähnliche Bedenken äußert Rüdiger Malfeld vom WDR: »Dass ich beim Abendessen die Tagesschau ansehe und mir dabei eine dieser Shutter-Brillen aufsetze, das halte ich doch für sehr zweifelhaft.« Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt es noch keine Pläne, die Theorie des 3D-Fernsehens in die Praxis umzusetzen. Aber ähnliches gilt auch für die meisten Privatsender: »3D ist sicherlich eine interessante Technologie, die im Kino auch schon erfolgreich gestartet ist«, erläutert Bettina Klauser von RTL. »Derzeit werden die notwendigen technischen Grundlagen für eine Verwendung im Fernsehbereich erarbeitet. Wir beobachten diese Entwicklung mit Interesse. Konkrete Planungen gibt es dazu aber noch nicht.«Führende Gerätehersteller sind in diesem Punkt deutlich optimistischer. So erklärt Peter Koch, Product Manager Home Entertainment Strategic Marketing bei LG Electronics: »Ein großer Prozentsatz der aktuellen Kinofilme wird bereits jetzt in 3D-Qualität gedreht. Vor allem bei den animierten Filmen ist dies der Fall. Kostenpflichtiges 3D-Fernsehen für Kinofilme könnte es daher schon im kommenden Jahr geben.«

Erste Versuche die lästige Brille aus dem Heimkino zu verbannen, gibt es bereits: Im April 2012 etwa präsentiert Toshiba eine lang ersehnte Neuheit: Um einen guten 3D-Effekt auch ohne Brille zu ermöglichen, verfügt das neue Modell über eine ausgefeilte Technik: Per Headtracking erkennt der Fernseher, wie viele Zuschauer vor dem TV sitzen. Diese können sich dann in fünf Bereichen vor dem Gerät aufhalten, in denen sie 3D ohne Brille sehen können. Da sich dadurch jedoch auch die Bildauflösung drastisch reduziert, dürfte es noch einige Jahre dauern, bis die Technik soweit ausgereift ist, dass sie die TV-Welt revolutioniert. Diesen Durchbruch mit einem Datum zu versehen, das hat sich der »Verband 3dimensionale Medien« aus Aachen zu Aufgabe gemacht, der eine Wertschöpfungskette für 3D-TV ohne Brille entwickeln will, und eine Plattform für Hersteller von Software, Hardware und Content-Ersteller bereitstellt.

Vermählung von TV und Internet

Ein weiterer Schritt der TV-Evolution zeichnet sich auch schon seit einiger Zeit am Horizont ab, »Hybrid-TV«. Inhalte des klassischen Fernsehens verschmelzen hier mit Internetoptik. Immer mehr HDTV-Geräte sind mit Internetanschlüssen ausgestattet. RTL und Co. erweitern darum ihr Angebot auf den neuen HBBTv- Standard (Hybrid Broadcasting Broadband TV), der den Teletext durch hochauflösende Grafiken und Layouts sowie eine stärkere Interaktivität ergänzt, die auch von Werbekunden eingesetzt werden kann.



Samsung

Shutter-Technik:
Der Monitor sendet eine äußerst schnelle Abfolge von Bildern abwechselnd für das linke und rechte Auge. Die mitgelieferte Shutter-Brille, die meist durch ein Infrarotsignal vom Fernseher aus angesteuert wird, lässt dann immer nur das jeweilige Bild durch.

Gleichzeitige Darstellung polarisierter Bilder:
Die Bilder werden jeweils nur durch das Brillenglas des linken oder rechten Auges durchgelassen, sodass erst mit Hilfe der Brille beim Zuschauer der dreidimensionale Eindruck entsteht.

3D ohne Brille:
Der Fernseher strahlt die Aufnahmen beider Kameras so ab, dass die Bilder jeweils nur von einem Auge zu sehen sind. Diese Technik funktioniert bis dato nur für einen Zuschauer an einem festen Sitzplatz.

 

 

 

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