MEDIA GUIDE  Sender   Produktion  I  Telekommunikation  I  Service  I  Veranstaltungen  I  Adressen  I  Ausbildung 

| Neue Dimensionen | Erster Bully in 3D | Breite Allianz für starke Stimme
| Durchstarten mit Fiber Power | Webradio macht mobil | Radio für ganz Deutschland
Visual
Volltextsuche:  Suche  Sitemap   Info  DE
EN

 

3D-TV:

Neue Dimensionen

Drachenzä;hmen

»Drachenzähmen leicht gemacht«: 3D-Filme werden bald auch im Heimkino erscheinen.



Panasonic



Fernsehen in 3D – ein Prozessor, der mit acht Rechnerkernen und 3,2 Gigahertz arbeitet, macht’s möglich: Die »Cell-TV«-Technologie des Unterhaltungselektronikherstellers Toshiba erlaubt es sogar, selbst gedrehte Videos in 3D zu genießen. »Toshiba vertraut für seinen neuen Cell TV auf die außerordentliche Leistungsfähigkeit der Cell Broadband EngineTM1, deren Rechenleistung mehr als 143 mal so groß ist wie die heute üblicher TV-Geräte«, erläutert Sascha Lange, Head of Marketing der Toshiba Europe GmbH in Neuss. Das Fernsehen steht – schon kurz nach der Einführung von HDTV – vor dem nächsten wegweisenden Technologiesprung: Flache Bilder sind Vergangenheit, 3D-TV gehört die Zukunft.

Seit dem Start des Farbfernsehens im Jahr 1967 hat sich das Fernsehen in Deutschland technisch nicht wesentlich verändert – bis jetzt. Mit Beginn des HDTV-Regelbetriebs der öffentlich-rechtlichen Sender während der Olympischen Spiele in Vancouver hat sich der neue Qualitätsstandard in Deutschland endgültig durchgesetzt. »Es geht um nichts weniger als die erfolgreiche Erschließung eines Massenmarktes«, erläutert Willy Fischel, Geschäftsführer des in Köln ansässigen Bundesverbands Technik des Einzelhandels (BVT). »HDTV bereichert die Haushalte, und der Konsument hat sich längst für das Zukunftsfernsehen entschieden. So wurden allein bis Juni 2009 mehr als 17 Mio. HD-ready-Bildschirme in Deutschland verkauft, knapp 75 Prozent aller TV-Haushalte werden bis 2012 HD-ready sein.« Das Problem ist nur, dass bislang noch zu wenige Inhalte in echter High-Definition-Qualität vorliegen: Sendungen in Standardqualität werden in der Regel nur »hochgerechnet«, womit sich aber kein echter HD-Effekt erzielen lässt.
Dies hindert aber die Privatsender RTL, VOX und Co. nicht daran, sich die höhere Bild- und Tonqualität mit einer zusätzlichen Servicegebühr von jährlich 50 Euro entlohnen zu lassen. Über den Konkurrenzstandard HD+ versuchen diese in Kooperation mit Astra, ein Geschäftsmodell zu etablieren, das sie von der reinen Werbefinanzierung unabhängiger macht. Außerdem kommen mit HDTV auch zusätzliche Kosten auf die Programmbetreiber zu, wie Ursula K. Adelt, die Geschäftsführerin des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), betont: »Ohne HD+ könnten sich die privaten Free-TV-Veranstalter ein HDTV-Angebot nicht erlauben.« Für die Konsumenten bringt HD+ neben der besseren Qualität aber auch Einschränkungen: Mit HD+ kann die Aufnahmefunktion unterbunden werden, Aufzeichnungen können vom Sender gelöscht werden, und »Ad Skipping«, das Vorspulen von Werbung, kann komplett verhindert werden.


3D-Zeitleiste

Die Entwicklung der 3D-Technik in Film und Fernsehen


Topper gibt nicht auf

Mit technischem Know-how aus NRW drehten Studenten an der HFF Potsdam den ersten deutschen 3D-Film »Topper gibt nicht auf.«



Topper gibt nicht auf

»Topper gibt nicht auf« – der erste deutsche 3D-Kurzspielfilm – ist ein Teil des Forschungsprojekts »Produktions- und Projektionstechniken für immersive Medien« (PRIME), an dem u.a. auch der Neusser Filmtechnikhersteller »Kinoton« und die Arbeitsgruppe Medieninformatik & Entertainment Computing der Universität Duisburg-Essen beteiligt sind.




3D-TV kommt in Fahrt

Doch ganz gleich, ob sich die Mehrheit der Zuschauer auf dieses Geschäftsmodell einlässt, sie erwartet schon bald ein ganz neues Fernseherlebnis, das die Taktik der Privaten doch noch zum Erfolg führen könnte: Das Fernsehen in der dritten Dimension. Natürlich ist die Idee des räumlichen Kinos nicht erst in den letzten Jahren entstanden. Schon vor über 100 Jahren verblüfften Stereoskope die Besucher auf Jahrmärkten mit räumlichen Ansichten aus fernen Ländern, von Naturkatastrophen und leichtbekleideten Frauen. Auch die Brüder Lumière experimentierten in ihren ersten Produktionen mit 3D-Effekten. Doch erst Anfang der 1950er-Jahre wurde 3D dank der Doppelprojektionstechnik in Filmen wie »Bwana, der Teufel« oder »Bei Anruf Mord« zum massentauglichen Phänomen. In den 1980er-Jahren tauchten wieder 3D-Filme auf, beispielsweise »Der weiße Hai 3D«, konnten jedoch in puncto Bildqualität nicht punkten.
Es waren wieder leicht bekleidete Frauen, die die ersten 3D-Experimente im Fernsehen rechtfertigten. Die RTL-Show »Tutti Frutti« wurde in den 1990ern mit der Pulfrich-Technik produziert: Hierbei trägt der Zuschauer eine Brille mit einer hellen linken und einer dunklen rechten Folie. Im Vergleich zu einem Bild normaler Helligkeit werden abgedunkelte Bilder verzögert wahrgenommen, womit ein Stereoeffekt entsteht, obwohl die Bilder mit einer herkömmlichen Kamera aufgenommen wurden.

Initialzündung

Die 3D-Welle im Kino seit 2005 wirkt endgültig als Initialzündung für 3D im Fernsehen und die Digitalisierung im Allgemeinen. Die TV-Gerätehersteller setzen fast alle auf die neue Technik. Sony, LG, JVC und Panasonic verkünden alle die Marktreife ihrer Produkte im Jahr 2010. »Die serienreifen Geräte dürften auf der nächsten IFA vorgestellt werden und danach in die Läden kommen«, betont Peter Koch, der zuständige 3D-Experte bei LG Electronics Deutschland aus Willich.
Attraktiv ist das dreidimensionale Fernsehen allemal. Ein Teil der Partien der Fußball-WM 2010 wird von der FIFA bereits in stereoskopischem 3D produziert, allerdings noch nicht für den 3D-Genuss im Eigenheim. Dieser soll den Zuschauern bei »Public Viewings« in ausgewählten Städten vorbehalten sein. Erst nach der Siegerehrung wird eine spezielle 3D-Blu-ray die WM-Höhepunkte dokumentieren. Gerade Fußballspiele dürften Zuschauer anlocken; aus diesem Grund übertrug die deutsche Pay-TV-Plattform Sky bereits im März 2010 das Bundesligaspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV, allerdings nur als Test für einen kleinen exklusiven Zuschauerkreis. »Als TV-Innovationsführer in Deutschland und Österreich sind wir stolz darauf, die erste Live-HD-3D-Produktion in Deutschland zu zeigen. Damit geben wir einen ersten, frühen Ausblick darauf, wie sich das schon jetzt fantastische HD-Erlebnis in Zukunft weiter entwickeln wird«, freut sich Brian Sullivan, Deputy CEO von Sky Deutschland.

Zurückhaltung

Während aber die britische Pay-TV-Plattform BSkyB für 2010 bereits einen eigenen 3D-Kanal mit Sportübertragungen, Filmen und Unterhaltungsprogrammen angekündigt hat, und die BBC plant, die Olympischen Sommerspiele 2012 in London komplett dreidimensional zu übertragen, halten sich die deutschen TV-Macher noch weitgehend zurück. Ein Grund dafür dürften die fehlenden Inhalte sein: 2009 wurden in deutschen Kinos gerade einmal elf 3D-Filme gezeigt. Eckhard Matzel, Koordinator Innovation Office beim ZDF, weist aber zugleich auf einen anderen Aspekt hin: »Ein dreidimensionaler Eindruck stellt natürlich einen Mehrwert für den Zuschauer dar, allerdings relativiert sich das sehr schnell, wenn dadurch Nachteile, wie zum Beispiel das grundsätzliche Tragen einer Brille in Kauf genommen werden müssen. Oder wenn die Auflösung gegenüber HDTV wieder reduziert werden muss, um die enormen Bandbreiten bis zum Zuschauer zu bringen.« Ähnliche Bedenken äußert Rüdiger Malfeld, Leiter der Hauptabteilung Infrastrukturmanagement des WDR: »Dass ich beim Abendessen die Tagesschau ansehe und mir dabei eine dieser Shutter-Brillen aufsetze, das halte ich doch für sehr zweifelhaft.« Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt es noch keine Pläne, die Theorie des 3D-Fernsehens in die Praxis umzusetzen. Aber ähnliches gilt auch für die meisten Privatsender: »3D ist sicherlich eine interessante Technologie, die im Kino auch schon erfolgreich gestartet ist«, erläutert Bettina Klauser, Pressesprecherin von RTL. »Derzeit werden die notwendigen technischen Grundlagen für eine Verwendung im Fernsehbereich erarbeitet. Wir beobachten diese Entwicklung mit Interesse. Konkrete Planungen gibt es dazu aber noch nicht.«
Führende Gerätehersteller sind in diesem Punkt deutlich optimistischer. So erklärt Peter Koch, Product Manager Home Entertainment Strategic Marketing bei LG Electronics: »Ein großer Prozentsatz der aktuellen Kinofilme wird bereits jetzt in 3D-Qualität gedreht. Vor allem bei den animierten Filmen ist dies der Fall. Kostenpflichtiges 3D-Fernsehen für Kinofilme könnte es daher schon im kommenden Jahr geben.«
Um die Verwendung von speziellen Augengläsern wird der Zuschauer für das perfekte 3D-TV-Erlebnis zunächst noch nicht herumkommen. Der Grafikchip-Hersteller Nvidia mit Deutschlandsitz in Würselen bietet eine Software und Shutter-Brillen an, mit deren Hilfe 2D- in 3D-Bilder umgewandelt werden, ein Tool, das vor allem im Bereich Computerspiele eingesetzt werden wird. Mag die Technik auch noch nicht hundertprozentig ausgereift sein, so sind die Erfolgsaussichten des 3D-TV unzweifelhaft, insbesondere wenn die Zuschauerrekorde von 3D-Filmen im Kino als Maßstab genommen werden. In Aachen wird gar ein neuer »Verband 3dimensionale Medien« ins Leben gerufen, der es sich zur Aufgabe macht, eine Wertschöpfungskette für 3D-TV ohne Brille zu entwickeln, sowie eine Plattform für Hersteller von Software, Hardware und Content-Ersteller zu bilden.

Hochzeit von TV und Internet

Ein weiterer Schritt der TV-Evolution zeichnet sich auch schon seit einiger Zeit am Horizont ab, »Hybrid-TV«. Inhalte des klassischen Fernsehens verschmelzen hier mit Inhalten, die das Internet liefert. Bereits 20 Prozent aller im nächsten Jahr in Europa ausgelieferten HDTV-Geräte werden einen Internetanschluss mitbringen. RTL plant daher, bereits im nächsten Jahr seinen HD-Text zu starten und den Teletext durch hochauflösende Grafiken und Layouts sowie eine stärkere Interaktivität zu ergänzen, die auch von Werbekunden eingesetzt werden kann.


Samsung

 

Shutter-Technik:

Der Monitor sendet eine äußerst schnelle Abfolge von Bildern abwechselnd für das linke und rechte Auge. Die mitgelieferte Shutter-Brille, die meist durch ein Infrarotsignal vom Fernseher aus angesteuert wird, lässt dann immer nur das jeweilige Bild durch.

Gleichzeitige Darstellung polarisierter Bilder:

Die Bilder werden jeweils nur durch das Brillenglas des linken oder rechten Auges durchgelassen, sodass erst mit Hilfe der Brille beim Zuschauer der dreidimensionale Eindruck entsteht.

3D ohne Brille:

Der Fernseher strahlt die Aufnahmen beider Kameras so ab, dass die Bilder jeweils nur von einem Auge zu sehen sind. Diese Technik funktioniert bis dato nur für einen Zuschauer an einem festen Sitzplatz.

© 2000-11 Messe Treff Verlag