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Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien.
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Dieser neue, auf dem Koalitionsvertrag von CDU und SPD basierende Fonds fördert ab 1. Januar 2007 Kinoproduktionen mit jährlich 60 Millionen Euro – drei Jahre lang. Alles Gute kommt bekanntlich von »oben«. Wenngleich nicht vom Himmel, so gleicht die
Finanzspritze des Bundes in Höhe von 180 Millionen Euro für die Jahre 2007 bis 2009 doch einem Segen, und der warme Geldregen lässt die Verbände der Filmwirtschaft
jubeln. Auch die Regierenden, wie Kultur-
und Medienstaatsminister Bernd Neumann (CDU), loben sich selbst für ihre gezielte, effektive Förderpolitik, die ab diesem Jahr dem deutschen Film zu einem kräftigen Schub
verhelfen soll.
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| Statement |
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»Gemeinsam mit der Branche werden zurzeit Kriterien erarbeitet, die unser Produktionskostenerstattungsmodell wettbewerbsfähig, EU-gerecht und praktikabel macht«
Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien
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| Das 100 Millionen Euro Baby |
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Addiert man zu den 60 Millionen Euro noch den bisherigen Etat von 40 Millionen Euro, dann ergibt das tatsächlich das berühmte 100 Millionen Euro Baby. Mit den über die Filmförderungsanstalt (FFA) verteilten Mitteln und den Geldern, die aus den Töpfen der
regionalen Filmförderung stammen, kommt man sogar auf die stattliche Summe von 150 Millionen Euro. Jetzt wird also auch in Deutschland möglich, was in Nachbarländern wie Frankreich, Italien und seit kurzem in Großbritannien praktiziert wird. Produzenten von
Kinofilmen können sich zwischen 15 und 20 Prozent ihrer hierzulande entstandenen Kosten erstatten lassen. Daran sind natürlich einige Bedingungen geknüpft. So müssen mindestens 25 Prozent des Produktionsbudgets in Deutschland ausgegeben werden; darüber hinaus müssen Spiel-, Animations- oder Dokumentarfilme –?eine Auflage der EU?– gewisse kulturelle Kriterien erfüllen. EU-gerecht bedeutet natürlich auch, dass nicht nur deutsche Produzenten den
Zuschuss bis zu 20 Prozent gewährt bekommen. Möglicherweise könnte dies auch für ausländische Produzenten ein Anreiz sein, ihre Filmprojekte im Land der »Dichter und Denker« zu realisieren. Und vielleicht könnte der neue Fördertopf auch das Interesse Hollywoods am Filmstandort Deutschland wecken.
Die Freude über den Neumann-Fonds ist bei Filmschaffenden groß und mit vielen Hoffnungen verbunden. Insbesondere kleinere Produktionen, denen oft das letzte Quäntchen an Geldern fehlte, können – dank des neuen Fonds – nun diese unüberwindbare
Hürde nehmen. Einige Prognosen Filmschaffender gehen gar so weit, dass sie von einem Produktionsvolumen von bis zu 400 Millionen Euro sprechen, die die jährlich 60 Millionen Euro des Bundes anstoßen könnten. Doch gibt es auch kritische Stimmen, die vorzeitige Euphorie für deplatziert halten. Produzent Eberhard Junkersdorf (Neue Bioskop Film)
beispielsweise meint, dass es weiterer Reformen der Rahmenbedingungen wie des sogenannten Medienerlasses des Bundesfinanzministeriums bedürfe. Andere, wie der neue Bundesverband Privatkapital Film & Medien, plädieren dafür, dass der Einsatz der Mittel auch Auswirkungen auf mehr Beschäftigung, bessere Ausbildung und Arbeitsbedingungen haben müsse und weisen zudem vehement auf die Notwendigkeit intelligenter Fördermechanismen für die Aktivierung von Privatkapital für die deutsche Filmwirtschaft hin. Denn die bisherigen
Medienfonds, mit denen wohlhabende Bürger in der Vergangenheit in Filme der Traumfabrik
Hollywood investierten und dafür im eigenen Land kräftig Steuern sparten, sind ziemlich in Verruf geraten und haben ausgedient. Ein Steueranreiz, der stattdessen Kapital privater Anleger in Produktionen »made in Germany« fließen ließe, könnte der deutschen Filmbranche daher mehr als zuträglich sein.
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| Regionale Fördertöpfe |
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Natürlich machen sich auch Institutionen in der Region für die Medienfinanzierung der hier ansässigen Medienschaffenden stark. Im
Filmland Bayern ist es vorrangig der FilmFernsehFonds (FFF), aber auch engagierte Banken wie die HypoVereinsbank oder die Bayerische Landesbank. Allein der FFF konnte im Jubiläumsjahr 2006 (10jähriges Bestehen) Filmproduktionen mit etwa 23 Millionen Euro fördern, weitere Mittel steuert der Bayerische Bankenfonds bei. Stolz ist der FFF Bayern besonders auf die insgesamt neun Filme, mit denen er in der Vergangenheit bei der Oscar-Verleihung
vertreten war – zuletzt mit dem Preis für den besten ausländischen Film (»Das Leben der Anderen«). Auch bei Fernsehproduktionen hatte der FFF Bayern bisher ein kompetentes Händchen, kommerziell wie künstlerisch: Vor allem Event-Zweiteiler wie »Dresden«, »Speer und Er«, »Die Sturmflut« oder »Stauffenberg« setzten Maßstäbe hinsichtlich Production
Value und Einschaltquoten.
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| Günstige Konditionen |
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Im Januar 2000 wurde auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung der Bayerische
Bankenfonds gegründet. Gründungsmitglieder waren die HypoVereinsbank, die Reuschel Bank, die Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (jetzt LfA Förderbank Bayern) und die Bayerische Landesbank. Der Bankenfonds stellt private Finanzmittel von rund 10,25 Millionen Euro für Film- und Verleihprojekte zur Verfügung. Die Förderung erfolgt über Darlehen zu günstigen Konditionen. Unterstützt werden sollen damit Film- und Verleihprojekte, die besonderen wirtschaftlichen Erfolg versprechen. Bei der Auswahl der für eine Beteiligung in Frage kommenden Projekte wird der Bankenfonds vom FilmFernsehFonds Bayern beraten und unterstützt.
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