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Safety First

Smartphone-Software made in Bayern

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Statistik

Die meist genutzten mobilen Internet-Dienste (Stand: September 2008), Quelle: TNS Infratest

Polizeikontrolle und Punkte in Flensburg? Für Handy-Besitzer bergen mobile Radarfallen ab sofort keine Überraschung mehr: Der Service »RadAlert« des Pullacher Autovermieters Sixt und des Autoportals Carmondo.de warnt registrierte Autofahrer in Echtzeit vor mobilen Geschwindigkeitskontrollen – direkt auf ihr iPhone oder Blackberry. Die spezielle Software informiert per GPS und Dreieckspeilung rechtzeitig über Blitzer und aktiviert automatisch den Klingelton oder Vibrationsalarm.

RadAlert lebt von den registrierten Nutzern: Entdeckt ein Autofahrer nämlich eine neue Geschwindigkeitskontrolle, muss er nur einen Button auf seinem Smartphone betätigen, womit seine aktuelle Position an das System übermittelt und in ein Verzeichnis gespeichert wird. Konstantin Sixt, der Leiter Internet der Autovermieter, ist von den Vorteilen überzeugt: »Geschwindigkeitskontrollen sollen der Verkehrssicherheit dienen. Wir bei Sixt nutzen nun moderne Technik, um die Reisenden vor unnötigem Ärger zu bewahren und die Straßen sicherer zu machen. Denn erst die rechtzeitige Information durch RadAlert trägt dafür Sorge, dass an Gefahrenstellen von vornherein langsamer gefahren wird.« RadAlert legte auch sofort einen Rekordstart hin: Am ersten Tag hatten sich bereits mehr als 3.500 Mitglieder registriert, nach einer Woche waren es bereits über 14.600. Doch damit nicht genug: Im April 2009 wurde RadAlert mit dem »Vision Award« als Medieninnovation des Jahres in der Kategorie Mobil ausgezeichnet.

Mobile Alleskönner

Das Marktforschungsinstitut EITO prognostiziert dem deutschen Mobilfunkmarkt insgesamt für das laufende Jahr nur ein leichtes Plus von 0,3 Prozent. Dafür wird 2009 das Jahr mobiler Datendienste: In diesem Geschäftsfeld werden die Umsätze um voraussichtlich acht Prozent auf insgesamt 5,5 Milliarden Euro steigen. Neben Notebooks, Netbooks und klassischen Handys bieten gerade die neuen Smartphones die perfekte Hardware für die Nutzung mobiler Datendienste.
Nach der Ersteigerung der UMTS-Lizenzen, die die Mobilfunkbetreiber Milliarden gekostet hat, fehlten lange die entsprechenden Geräte, um die Möglichkeiten der neuen Technik gewinnbringend nutzen zu können. Jedes zehnte Handy weltweit ist bereits ein Smartphone mit Satelliten-Navigationsfunktion, Internet- und E-Mail-Zugriff. 16 Prozent der Deutschen nutzen die Vorteile des mobilen Internets, 41 Prozent der Smartphone-Besitzer geben an, mit diesen Geräten sogar täglich durch das Netz zu surfen. So sorgen die mobilen Alleskönner, eine Mischung aus Mobiltelefon und Personal Digital Assistant, für lukrative Geschäfte.

Das iPhone von Apple stellte im Jahr 2007 die Initialzündung dieser Entwicklung dar. Zum ersten Mal ließ sich ein Handy per Touchscreen bedienen und konnte als portabler Mini-Computer genutzt werden, der immer und überall ein Portal ins World Wide Web offen hielt. Apple ging dabei auch in der Vermarktung neue Wege, schloss mit ausgesuchten Providern Exklusivverträge und sicherte sich so einen Anteil an deren monatlichen Umsätzen durch die Mobilfunkverträge mit den Endkunden. Die Software für das iPhone stellt eine weitere Einkommensquelle für das Unternehmen dar: Zwar dürfen externe Softwareentwickler Applikationen für das Apple-Smartphone produzieren, allerdings erhält Apple im Gegenzug 30 Prozent aller Einnahmen aus deren Verkauf.
Der Erfolg des iPhone provozierte natürlich in der Folge andere Handy-Hersteller, mit Smartphones in den Markt einzutreten. Deren Aufmerksamkeit richtete sich insbesondere auf die Touchscreen-Technik, wie beispielsweise die Google-Handys mit dem speziell hierfür entwickelten Betriebssystem »Android«. Die Geräte werden dabei immer leistungsfähiger und kleiner: Seit Sommer 2009 vermarktet der Münchner Mobilfunkanbieter O2 das mit 9,9 Millimetern dünnnste Smartphone der Welt. Das Toshiba TG01 bietet ein 4,1-Zoll-Display und den mit einem Gigahertz leistungs-fähigsten Prozessor aller auf dem Markt erhältlichen Handys. »Das Toshiba TG01 war eines der Highlights des diesjährigen Mobile World Congresses und ist derzeit eines der interessantesten neuen Smartphones«, ist Lutz Schüler von O2 überzeugt. »Unseren Kunden bieten wir damit ein Handy, das Multimediafähigkeit und Office-Funktionalitäten perfekt mit Leistungsfähigkeit und Effizienz paart.«
Was Smartphones für den Endkunden besonders reizvoll macht, ist die Möglichkeit, Anwendungen individuell zusammenzustellen. Dementsprechend bietet der Smartphone-Markt ideale Voraussetzungen, um mit dem Download entsprechender Software Geschäftserfolge zu generieren.


Garmin

 

 

Nüvifone

 

 

 

 

Toshiba

Das Toshiba TG01, das dünnste Smartphone der Welt

Software-Entwicklungszentrum Bayern

Die boomende IT-Branche in Bayern hat das Potenzial der »schlauen Telefone« logischerweise auch für sich entdeckt. Im Dezember 2008 fand in München erstmals die »iPhone developer conference« statt, bei der sich rund 80 Teilnehmer über Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten informierten. Zu den Schwerpunkten der Konferenz zählte der Einsatz von Smartphones in Unternehmen. Am »Developer Day« stand die Entwicklung neuer iPhone-Applikationen im Zentrum; in Praxisvorträgen von Entwicklern wurden konkrete Projekte vorgestellt, und die Teilnehmer erhielten darüber hinaus Tipps zur Entwicklung von Games und Business Utilities, besonders in Bezug auf die speziellen Anforderungen der mobilen Helfer.

Der Markt bietet auch Quereinsteigern gute Möglichkeiten, was der Navigationsgerätehersteller Garmin aus Gräfelfing unter Beweis gestellt hat. Zur IFA 2008 stellte der globale Marktführer im Bereich mobile Navigation eine Software vor, mit der der Blackberry in ein vollwertiges Navigationsgerät verwandelt wird. Olaf Meng, Produktmanager bei Garmin Deutschland, betont die Bedeutung dieser Applikation vor allem für Geschäftsleute: »Eine sichere und einfache Navigation ist entscheidend für alle Menschen, die viel unterwegs sind. Der Weg zu einem wichtigen Geschäftsmeeting wird stressfreier, und Informationen wie Verkehrswarnungen helfen dabei, rechtzeitig einzutreffen. Ein neues Feature ermöglicht es, den Status eines gebuchten Fluges zu erhalten und Start- und Landeinformationen zu überprüfen. Das spart unnötiges Warten auf einen verspäteten Flieger in der Flughafenlounge.« Darüber hinaus kann der Nutzer sich aus einer Datenbank Hotels, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten oder Sehenswürdigkeiten anzeigen lassen.
Doch Garmin geht noch weiter: Im Februar 2009 bildete das Unternehmen eine Allianz mit dem Elektronikhersteller Asus, mit dem Ziel, eine eigene Smartphone-Geräteserie namens »Garmin-Asus Nüvifone« auf den Markt zu bringen. Diese bietet den Unternehmen zufolge eine Internetsuche mit lokalem Bezug eine eigene Social-Networking-Anwendung unter dem Namen »Ciao!«, die eine nahtlose Integration verschiedener standortbezogener sozialer Netzwerke verspricht. »Die Marke könnte sich im Consumer-Bereich als stark genug erweisen, dass sich die Kunden wirklich für das Gerät interessieren«, erwartet die Analystin Carolina Milanesi der Münchner Unternehmensberatung Gartner. »Garmin hat aber wohl kaum eine Wahl, da die Nutzer immer mehr von portablen Navigationsgeräten auf Smartphones als bevorzugte Navigationshilfe umsteigen.«

Sicherheitsrisiko

Da vor allem im geschäftlichen Umfeld Blackberrys nicht mehr wegzudenken sind, wird der Schutz der Übertragung von sensiblen Daten immer wichtiger. Das Nürnberger Unternehmen Certgate hat zu diesem Zweck eine Smart Card entwickelt, die externe Lesegeräte für Authentifizierung und Verschlüsselung überflüssig macht. Die Karte arbeitet im normalen Speicherkarten-Slot des Blackberry. »In sicherheitskritischen Bereichen gibt es weit verbreitete Vorbehalte gegen den Einsatz mobiler Endgeräte. Unsere neue hardware-basierte Sicherheitslösung für den Blackberry schließt nicht nur bekannte Sicherheitslücken, sondern ist auch für den Benutzer ausgesprochen einfach und komfortabel«, erläutert der Certgate-Gründer Dr. Paschalis Papagrigoriou. »Da für unsere Smart Card keine externen Geräte wie beispielsweise Kartenleser angeschlossen werden müssen und die Generierung der Codes in der Chipkarte selbst erfolgt, ist ein Auslesen der Schlüssel praktisch unmöglich. Auch bei Verlust oder Diebstahl des Gerätes sind enthaltene Daten durch starke Verschlüsselung vor unberechtigtem Zugriff geschützt.«

Schlüssel zum Erfolg

Das Handy ist heute noch weitaus vielfältiger nutzbar, wie die Münchner Markus Weitzel und Philipp Spangenberg beweisen. Ihre Firma Baimos Technologies entwickelte mit »Blue ID«eine Software, mit der das Smartphone den Schlüsselbund ersetzen kann. Die Jungunternehmer entschieden mit dieser Idee bereits mehrere Businessplan- und Gründerwettbewerbe für sich, was Weitzel auf einen einfachen Umstand zurückführt: »Studien belegen, dass es heute drei Dinge sind, die wir tagtäglich mit uns herumtragen: den Geldbeutel, den Schlüsselbund und das Handy. Da liegt es nahe, die Integration voranzutreiben.« Weitere Ideen haben die beiden auch schon in petto, etwa eine Weiterentwicklung ihrer Software im Automobilsektor oder ein handygestütztes PC-Login.
Die Münchner Software-Firma Equinux erweitert dagegen die Möglichkeiten, das iPhone auch als Mini-Fernseher zu nutzen. Die Applikation »Live TV« liefert das aktuelle TV-Programm live auf das Mobiltelefon und gibt es in einer für den kleinen Bildschirm optimierten Auflösung wieder. Das Mac-Programm »The Tube« liefert die hierfür nötigen Fernsehbilder. »Sobald ein iPhone in The Tube angemeldet ist, lassen sich darauf alle gerade verfügbaren Fernsehkanäle per Klick einschalten«, erklärt Till Schadde von Equinux. »Ebenso einfach wechselt man auf dem Mobiltelefon zum nächsten Fernsehkanal.« Der nächste Schritt wird es sein, TV-Bilder über das Internet auf das iPhone zu übertragen.


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