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HD mit blauem Laser

Siegeszug der Blu-ray in Bayern

BD

 

 

 

 

Illuminati

Tom Hanks in »Illuminati«: Zusätzliche Infos liefert »BD Live« dank Verknüpfung zu Internet-Datenbanken

 

 

 

Watchmen

Über die Blu-ray-Disc direkt mit Social Networks verknüpft: Der Kino-Hit »Watchmen – Die Wächter«

Sir Howard Stringer lehnte sich 2007 weit aus dem Fenster. Auf der Heimelektronikmesse CES in Las Vegas kündete der Sony-Chef den Siegeszug der Blu-ray an, einem neuen Medium, das Hollywoodstreifen hochauflösend in die Wohnzimmer bringt. Nur zwei Jahre später ist klar: Der Blu-ray-Disc gehört tatsächlich die Zukunft.

Zahlreiche Unternehmen in Bayern haben sich mittlerweile auf die Produktion von Blu-ray-Discs eingestellt. Dieser Prozess war mit teils hohen Investitionskosten verbunden, wie Hans D. Henseleit, Geschäftsführer der Enteractive GmbH, einem bedeutenden Studio für DVD-Authoring, betont, denn »Blu-ray-Discs sind in der Herstellung deutlich teurer als HD-DVDs.« Firmen wie Dicentia und CMBP aus München, Audiocom Multimedia aus Erlangen, Berola-Film aus Forchheim oder Software-Partner aus Unterhaching haben sich auf die Pressung von Blu-rays spezialisiert.
Dabei sind einige Aspekte der Produktion aufwändiger als die Herstellung einer DVD: Pflicht ist etwa die Anmeldung beim »Advanced Access Content System« (AACS), dem speziellen Kopierschutzsystem. Vor der Herstellung einer Blu-ray muss ein Lizenzvertrag mit dem AACS abgeschlossen und eine einmalige Gebühr entrichtet werden, um den vierstelligen Code zu erhalten, der den Kunden legitimiert, eine oder mehrere Blu-ray-Produktionen zu vervielfältigen. Um die ganze Verschlüsselungsprozedur kümmert sich das Presswerk; die Anmeldeprozedur bzw. Wartezeit bei AACS auf den Code beträgt ca. zwei Wochen. »Sony DADC bietet dennoch für Blu-ray Disc Aufträge im Moment die gleichen Durchlaufzeiten wie für DVD-Aufträge«, erklärt Dietmar Fischerlehner, Director Engineering bei Sony DADC in Salzburg.

Erfolg wider erwarten

Der Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) sieht die Blu-ray in Deutschland auf dem Weg zum Massenmedium. »Da der Formatstreit Anfang letzten Jahres mit der HD-DVD beigelegt wurde und die Industrie mittlerweile auch die Engpässe bei der Blu-ray-Produktion beheben konnte, rechnen wir in diesem Jahr mit einem Blu-ray-Jahresumsatz in Höhe von weit über 100 Millionen Euro«, erklärt Verbandssprecher Oliver Trettin.
»Die Anzahl der verkauften Blu-ray-Player hat sich zwischen Mai 2008 und Mai 2009 mehr als vervierfacht«, so Thilo Röhrig, Vorsitzender der Blu-ray Group Deutschland. Damit gehören die Blu-ray-Player zu den am stärksten wachsenden Warengruppen im Audio-Videobereich. Im kommenden Jahr soll sich der Absatz an BD-Playern im Vergleich zu 2009 abermals verdoppeln.

»BD Live«

Im Zeitalter des World Wide Web werden Blu-ray-Player als neue Tore ins Internet konzipiert. Unter der Bezeichnung »BD Live« werden derartige interaktive Produkte – mit Funktionen wie Bild-in-Bild-Funktionen, Community-Chat oder Video-on-Demand – vermarktet. Neben dem eigentlichen Film und Tonspuren finden auf der Disc auch Applikationen Platz, die neue Funktionen ermöglichen und aktuelle Informationen zum jeweiligen Inhalt aus dem Netz saugen können.
Die Sony-Datenbank »Movie IQ«, die regelmäßig aktualisiert wird, liefert beispielsweise Hintergrundinformationen zu Filmen, Schauspielern oder Drehorten. Diese Technik kam bei dem Film »Illuminati« zum Einsatz: An bestimmten Stellen wird ein Symbol eingeblendet, das den Abruf der verfügbaren Infos im Netz per Fernbedienung ermöglicht. Fans der Serie »CSI« können sich auf einem vergleichbaren Weg über den Blu-ray-Player mit Gleichgesinnten in einer »CSI«-Community austauschen. Warner Bros. hat die Comic-Verfilmung »Watchmen – Die Wächter« sogar mit dem Social Network Facebook verknüpft. Hersteller produzieren zudem heute Player, die eine YouTube-Schnittstelle, eine Streaming-Funktion für Audio- und Videoinhalte oder einen USB-Anschluss für externe Festplatten bieten.


BD

Entwickler: Blu-ray Disc Association (2002)
Speicherkapazität: 25 GB (Single Layer), 50 GB (Dual Layer), max. 500 GB (20 Layer)
Formate: BD-ROM, BD-R (Recordable), BD-RE (Rewriteable)
Lebensdauer: 30-50 Jahre
Verkaufte Blu-rays in Deutschland 2008: 1.700.000


© 2000-10 Messe Treff Verlag