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Hybrid Radio

Hybrid Radio

 

Welche Rolle kommt der klassischen UKW-Technologie im Zeitalter von Digital- und Webradio noch zu? Sind die Radiosender ohne den Schutz der Medienanstalten im Online-Dschungel konkurrenzfähig? Droht das klassische Radio völlig im Internet aufzugehen? Diese und ähnliche Fragen bildeten einen der Themenschwerpunkte auf den Medientagen München 2012.

Webradio – die Übertragung des Sendeprogramms klassischer Rundfunksender via Live-Stream – hat sich längst als Internetanwendung etabliert. Beliebte Webradio-Anbieter punkten zudem mit unterschiedlichen Non-Music-Formaten, die dann als Podcasts gratis und unabhängig von Sendezeiten abgerufen werden können. So erweisen sich etwa die Nachrichtensendungen des bayerischen Privatsenders Antenne Bayern laut einem aktuellen Ranking von podcast.de als beliebtester News-Podcast im deutschen Sprachraum.

Mediale Verschmelzung

Doch der Konkurrenzdruck im Web ist groß. Video-Sharing-Dienste wie Youtube und Streaming-Portale wie Simfy locken Hörer mit individuell zugeschnittenen Playlists und Musikempfehlungen.

Zudem schnellen durch den Webausbau für die Radiosender die Verbreitungskosten in die Höhe. »Wollten wir die gesamte UKW-Reichweite von rund 1,14 Millionen Hörern pro Sendestunde online abbilden, müssten wir etwa das 40-fache an Kosten aufbringen«, beklagt sich etwa Antenne-Bayern-Chef Karlheinz Hörhammer.

Hier setzt das Konzept »Hybrid Radio« an, das 2010 von der Bayerischen Medien Technik GmbH (bmt) im Auftrag der Landeszentrale für neue Medien (BLM) entwickelt wurde. Das Gerät erkennt automatisch den jeweils besten verfügbaren Verbreitungsweg über UKW, DAB oder Internetstream. Da der teure Internetstream nur gewählt wird, wenn kein anderer Kanal verfügbar ist, lassen sich die Kosten für die Programmdistribution erheblich reduzieren.
»Der Vorteil für die Hörer«, ergänzt Rainer Biehn von bmt, »liegt darin, dass immer das optimale Programmsignal ohne Störungen genutzt wird.« So ließe sich etwa bei längeren Autofahrten die Reichweite des UKW-Signals optimal ausnutzen.

Mit RadioDNS (Domain Name System), einer Technik, die vom Institut für Rundfunktechnik (IRT), einer Initiative der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten im deutschen Sprachraum, mitentwickelt wurde, sollen künftig zudem begleitende Informationen wie Texte, Bilder oder Download-Markierungen über das Internet bereitgestellt werden.


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