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Kein Selbstläufer
Handy-TV im Pilotprojekt Regensburg

| Statement | Komplettes Programmangebot | Technische Standards | Lokalzeit | Zusatznutzen

 

In seine dritte und letzte Phase tritt Anfang Dezember 2007 das Regensburger Projekt MI FRIENDS, bei dem die TV-Nutzung auf Mobiltelefonen untersucht wird. Neben einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Verbesserung vor allem des lokalen Programmangebots sollen in diesem Zeitraum neuartige Multistandard-Geräte getestet werden, die sowohl DAB, DMB als auch DVB-T und DVB-H empfangen können.

 

 

 

Prof. Dr. Wold-Dieter Ring

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, Präsident des BLM

Außerdem will die Bayerische Medien Technik (bmt) die Speicherung und damit zeitunabhängige Nutzung von Inhalten testen. Schon jetzt legen die Ergebnisse der Begleitforschung nahe, dass sowohl bei Handy-TV als auch bei Digital Radio ein Multistandard-­Ansatz die optimale Lösung wäre.


Statement nach oben
»Mit Beginn der aktiven Ver­marktung im kommenden Jahr wird Handy-TV in Deutschland einen großen Schub erleben.«

Prof. Dr.Wolf-Dieter Ring, Präsident des BLM

 

BLM Handy


Marias letzte Reise

Komplettes Programmangebot
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Handy-TV wird in Deutschland vermutlich kein Selbstläufer. Auch diese Voraussage ­bestätigt die Begleitforschung zum Regensburger MI FRIENDS Projekt. Demnach gibt es in Bezug auf die mobile Mediennutzung zwei Grundströmungen: Einerseits wünschen sich die Nutzer, dass möglichst das komplette Programmangebot des klassischen Fernsehens mobil zur Verfügung steht, andererseits stel­len die kurzen Zeitspannen, in denen in der Regel die Nutzung erfolgt, spezielle Anforderungen an die Erzählweise und die Aufbereitung der ­Inhalte. Die Herausforderung besteht also darin, dem Nutzer die gewünschten Programme in einer Form zur Verfügung zu stellen, die
den Nutzungsgewohnheiten entspricht. Prinzipiell konnte eine große Nachfrage nach
lokalen Inhalten festgestellt werden; auch sind die Qualitätsanforderungen der Nutzer sehr hoch.

Technische Standards
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Seit der Fußballweltmeisterschaft 2006 ist Handy-TV in Deutschland auf Sendung. In zahlreichen deutschen Großstädten ist seitdem das Angebot »Watcha« der MFD ­Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH zu empfangen. Während »Watcha« im DMB-Standard ausgestrahlt wird, soll ein weiteres deutschlandweites Projekt zur Fußball-Europameisterschaft 2008 im DVB-H-Standard starten. Neben diesen beiden kommerziellen Angeboten hat die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) im Sommer 2006 ihr europäisches Mobile Projekt »MI FRIENDS« gestartet, das Teilprojekte in München, Regensburg, Südtirol und der Bodensee-Region umfasst. Nachdem das Münchner Teilprojekt nach drei Monaten Laufzeit Ende August 2006 erfolgreich abgeschlossen wurde, ist das auf zwei Jahre angelegte Regensburger Teilprojekt in vollem Gange. Hier stehen vor allem lokale Inhalte im Fokus des Interesses.

 


Logo Deutschland Radio

Lokalzeit nach oben

Die knapp hundert Testpersonen in Regensburg sind mit LG 9000 Handys und dem ­mobilen Endgerät iriver B20 ausgestattet. ­Damit können sie neben dem kommerziellen Angebot »Watcha« vier speziell für ­Regensburg produzierte Programme empfangen: Den Kanal »Rmobil« mit Schwerpunkt auf aktuellen lokalen und regionalen Informationen, den Kanal »Mobile Media Mix« mit unterschiedlichen überregionalen Inhalten, die speziell auf mobilen Empfang zugeschnitten sind ­sowie das lokale Visual ­Radio Angebot von gong fm und die landesweite ­Visual Radio Variante der Rock Antenne. Die Inhalte für die vier von MI FRIENDS bestückten Programme speisen sich aus zahlreichen Quellen verschiedener Inhalteanbieter. Teilweise bestehen sie aus Live-Inhalten, die ­simulcast zum regulären TV-Programm ausgestrahlt werden, aus der Einbindung von Live-Streams aus dem Internet, aber auch aus semiaktuellen Inhalten, die von ­Video-Servern zugespielt werden. Ein ­besonderes Augenmerk liegt auf dem lokalen Kanal ­Rmobil, der aus einem täglich aktualisierten 10-minütigen Programm-Loop mit lokalen und nationalen Nachrichten, Wetterbericht, Kino und sonstigen Veranstaltungshin­weisen besteht. Lokale Nachrichten, Wetterbericht und Veranstaltungstipps werden dabei von lokalen Anbietern zugeliefert.

 

 

test
Zusatznutzen nach oben

Zuversichtlich zur weiteren Entwicklung des Handy-TV gibt sich das Konsortium Mobile 3.0 mit den Verlagsgruppen Holtzbrinck und Burda. »Die Stärke der neuen Plattform liegt darin, dass wir Fernsehen, Internet und Mobilfunk in einem Gerät verschmelzen. Wenn wir etwa in einem Kanal Sportsendungen übertragen, können wir passend zum Programm Zusatzinfos, Chats oder Abstimmungen anbieten«, erläutert Jens Stender, Geschäftsführer beim Handy-TV-Pionier MFD das Konzept des Konsortiums. Schon jetzt steht fest, dass auch die regulären Programme von ARD, ZDF, RTL und ProSieben über das neue Handy-TV-Netz übertragen werden. Nach ­Angaben von Mobile 3.0 soll Handy-TV nach dem DVB-H-Standard in Deutschland spätestens zur Fußball-EM 2008 flächendeckend verfügbar sein.

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