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Rufwege zu VoIP ins Festnetz

Festnetz- und Mobilfunk-Umsätze 2005

Umsätze in Deutschland (1998-2006)

Cisco Wireless IP Phone

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VoIP (Voice over Internet Protocol) nimmt jetzt den rasanten Aufschwung, der für die Web-Telefonie schon vor zehn Jahren vorausgesagt wurde. Zu schlecht war damals die Qualität nur Computerfreaks war es egal, wenn sie mehrere Sekunden auf eine Antwort warten mussten oder ihre Worte gleich ganz in den endlosen Weiten des World Wide Web verschwanden. Inzwischen sind diese Kinderkrankheiten überwunden. Bei vielen Anbietern muss der Computer für VoIP noch nicht einmal mehr eingeschaltet sein; dann entfällt auch das lästige Headset, das für Gespräche über Internet früher notwendig war. Diesen Komfort bietet zum Beispiel das Berliner SpeedNetwork, das netzunabhängige Internettelefonie für Privatkunden vermarktet. Wer über einen Breitband-Internetanschluss, eine Flatrate und ein SIP-Telefon oder einen Telefon-Adapter verfügt, kann bei ausgeschaltetem Computer trotzdem günstig über das Internet telefonieren zu den anderen Kunden des Unternehmens sogar kostenlos. Vortel ist ein weiterer Anbieter aus Berlin. Gegründet wurde das Unternehmen unter anderem von einem der VoIP-Pioniere auf dem deutschen Markt: Eckhart K. Gouras. Er ist überzeugt: »Die Menschen wollen Geld sparen und sich nicht mit Verkabelung oder Hardware herumschlagen.« Daher wurde die Installation und Anmeldung bei Vortel so leicht wie möglich gemacht: »Jeder kann seinen Telefonanschluss selbst installieren und nutzen. Fünf Minuten nach der Online-Anmeldung telefoniert der Kunde das erste Mal in die ganze Welt«, so Gouras.
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Der Marktführer bei VoIP
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Auf dem VoIP-Markt tummeln sich viele Anbieter, ein Großteil offeriert die Internettelefonie neben den herkömmlichen Produkten, so beispielsweise AOL, GMX oder auch 1&1. Marktführer in fast allen Ländern, in denen es seine Dienste anbietet, ist allerdings das 2003 gegründete Unternehmen Skype. Die entsprechende Software wird mittlerweile in 255 Ländern genutzt, und täglich laden sich bis zu 150. 000 neue Nutzer weltweit Skype kostenlos aus dem Internet runter. »Unsere Vision für Skype war es immer, das weltweit größte Kommunikationsunternehmen aufzubauen und die Leichtigkeit, mit der Menschen über das Internet kommunizieren können, zu revolutionieren«, betont Niklas Zennström, Hauptgeschäftsführer und Mitbegründer von Skype. Dieser Vision ist die Firma mit mehr als 100 Millionen registrierten Nutzern inzwischen sehr nahe gekommen. 2005 hat das Internetauktionshaus ebay das Unternehmen für 2,6 Milliarden Dollar aufgekauft.
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Pauschalen bei Internet und Telefon
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Doch nicht nur die Internettelefonie macht der Telekom zu schaffen, Konkurrenten locken Kunden durch günstige Angebote von dem ehemaligen Monopolisten weg. So bietet zum Beispiel das Berliner Unternehmen Arcor, das mit einem Umsatz von über 1,6 Milliarden Euro (2004/05) der stärkste Wettbewerber der Telekom im Festnetzmarkt ist, einen günstigen Multimedia-Zugang an. Dieser offeriert neben einer Pauschale, mit der man bundesweit kostenlos ins Festnetz telefonieren kann, auch einen bis zu 16 Megabit pro Sekunde schnellen ADSL2-Zugang, mit dem auch HDTV und mehrere TV-Programme parallel empfangen werden können. Im Bereich Berlin locken auch Versatel und Alice mit dem ADSL2Standard und günstigen Flatrates, bei denen die Telefonie häufig auch schon inbegriffen ist. Versatel kaufte bereits im Jahr 2004 den Berliner City Carrier BerliKomm auf und wurde so mit einem eigenen Glasfasernetz von über 1.600 km Länge in der Bundeshauptstadt zum größten Konkurrenten der Deutschen Telekom. Auch der Potsdamer Telekommunikationsanbieter tnp gehört mittlerweile zu Versatel. Peer Knauer, CEO der Versatel-Gruppe, erläutert trotz dieser positiven Tendenzen: »Deutschland hat in Sachen Breitband immer noch Nachholbedarf.«
In Brandenburg haben sich mehrere kleine Anbieter zu e.discom zusammengeschlossen, einige kleine City Carrier halten sich allerdings tapfer auf dem heiß umkämpften Markt: In Schwedt bietet beispielsweise die SDTelecom, in Eberswalde das Unternehmen Telta Breitband-Internetzugänge an. Die Wettbewerber der Deutschen Telekom haben allen Grund zur Freude, allein 2005 erwirtschafteten die im BREKO-Verband (Bundesverband Breitbandkommunikation) zusammengeschlossenen Firmen einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro, wobei besonders die Breitbandanschlüsse einen hohen Zulauf verzeichnen konnten. Zurzeit nutzen 1,65 Millionen Berliner das Internet, und die Tendenz zeigt nach oben.
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| Zukunftpläne |
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Die Deutsche Telekom setzt ganz auf Geschwindigkeit: VDSL, das bis zu 50 Megabit schnelle Glasfasernetz, soll im Herbst 2006 für 50 Prozent aller Berliner verfügbar sein, so Friedel Tischler, Leiter Technische Infrastruktur für die Region NordOst von T-Com. Am Ende des geplanten Ausbaus liege die Abdeckung bei über 90 Prozent, doch dort, wo in Berlin Glasfaser verlegt wurde, gibt es kein VDSL - und das betrifft vor allem die Stadtbezirke im Osten.
Arcor plant aus Kostengründen zunächst keinen Bau eines eigenen Glasfasernetzes: »Pro Meter verlegter Glasfaser fallen für uns 300 Euro an, bei der Telekom nur ein Euro, da sie bereits vorhandene Röhren nutzen kann«, erläutert Arcor-Vorstandschef Harald Stöber.
Arcor hingegen setzt auf Dual-Mode-Geräte, die zwei verschiedene Übertragungstechniken wie beispielsweise DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications), den Standard für schnurlose Übertragung zu Hause mit den Handy Übertragungsstandards GSM (Global System for Mobile Communications), oder UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) für unterwegs kombinieren und durch die Festnetz und Mobilfunk zusammenwachsen sollen. Mit diesen Apparaten kann zu Hause günstig aus dem Festnetz telefoniert werden, unterwegs ist der Kunde über die herkömmlichen Mobilfunknetze erreichbar.
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Technische Neuheit
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Diese Entwicklung geht zwar in die gleiche Richtung wie die »Homezone« von O2 seit März 2006 Teil des Konzerns Telefónica stellt aber technisch eine Neuerung dar; denn bei O2 telefoniert der Nutzer trotz günstigeren Tarifen zu Hause stets über die Mobilfunkverbindung. Aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge besitzt ein Viertel der Haushalte mit Bewohnern unter 25 Jahren schon heute keinen Festnetzanschluss mehr, und diese Zahl dürfte in den kommenden Jahren noch ansteigen, denn die Kosten für Mobilfunktelefonate sind in den vergangenen zwölf Monaten in Bewegung geraten.
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| Billiganbieter |
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Mit den Billigmarken Base und Simyo hat das Potsdamer Unternehmen E-Plus Schwung in den Markt gebracht um 11 Prozent sind die Preise im vergangenen Jahr gesunken. Base bietet neben einer Telefon- auch eine Internetflatrate an, mit der der Kunde unbegrenzt via UMTS oder GPRS (General Packet Radio Service) im Internet surfen kann. Thorsten Dirks, Geschäftsführer für Innovation, IT und Operations bei E-Plus, erläutert: »Die meisten Kunden haben bislang an ihrem Festnetzanschluss festgehalten, weil sie zu Hause ins Internet wollen. Mit BASE können sie sich das nun sparen, denn die Kombination aus der Handy-Flatrate und der Internet Flatrate von BASE macht den Festnetzanschluss nun endgültig überflüssig und ist in den meisten Fällen sogar deutlich günstiger.«
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UMTS wird Konkurrenz zu DSL
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Auch Vodafone setzt verstärkt auf UMTS und startet Mobile TV und Mobile Music. So können die Fans der Vorabendsoap »Gute Zeiten, schlechte Zeiten« die aktuelle Folge bereits am Nachmittag auf ihrem Handy sehen, vorausgesetzt sie besitzen ein UMTS-fähiges Handy und den entsprechenden Vertrag. Mit dem neuen Musikdienst RadioDJ kann der Benutzer sich Radioprogramme individuell zusammenstellen. Bisher stellte UMTS aufgrund der langsameren Übertragung noch keine wahre Konkurrenz für die DSL-Betreiber dar, doch auch das kann sich nun ändern: Sowohl Vodafon als auch T-Mobile starten jetzt HSDPA (High Speed Downlink Packet Access). Durch dieses Verfahren, mit dem theoretisch bis zu 14,4 MBit/s möglich sind, wird die Datenübertragung zunächst auf 1,8 MBit/s angehoben, in einigen Jahren sollen es dann sogar 7,2 MBit/s sein.
Eins ist klar: Die Deutsche Telekom will das Feld ihren Konkurrenten nicht kampflos überlassen und setzt neben technischen Innovationen auf attraktive Inhalte. So hat sich der ehemalige Monopolist die Internet-Rechte an der Fußball-Bundesliga gesichert und plant, bald den Ball auch über Handy-Displays rollen zu lassen. Es ist allerdings noch nicht absehbar, ob dies ausreichen wird, um den Schwund im herkömmlichen Markt auszugleichen.
Die Börse ist jedenfalls nicht ganz überzeugt aufgrund der schlechten Entwicklung des Telekom Aktienkurses empfanden die Aktionäre bei der diesjährigen Hauptversammlung die Ankündigung des Telekom-Chefs Kai-Uwe Ricke, eine unerwartete Dividende auszuzahlen, eher als Schmerzensgeld und nicht als Aufbruch in eine bessere Zukunft.
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