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Frische Brise

Berlin-Brandenburgs Medienstandorte im Aufwind

Babelsberg

Die Studio Babelsberg AG: 16 Filmstudios, Art Department, Postproduktion und Kopierwerk für deutsche und internationale Produzenten

 

 

 

Goodbye Lenin

Die renovierte Villa an der August-Bebel-Straße

 

 

Studio Babelsberg

Prof. Hasso Plattner hat auch das »Annual Forum on Entrepreneurship« ins Leben gerufen

 

 

Tempelhof

In der Hauptstadt melden Medienzentren erfolgreiche Neuansiedlungen

 

 

 

Im Februar 2012 feierte die Studio Babelsberg AG ihr 100-jähriges Jubiläum: Seit 1912 hat man sich hier der Filmproduktion verschrieben. Auf einer Fläche von156.000 Quadratmetern bieten 20 Filmstudios, Art Department, Postproduktion und Kopierwerk für deutsche und internationale Produzenten beste Voraussetzungen für die Herstellung von Kino- und Fernsehfilmen wie etwa berühmten Klassikern wie »Der Blaue Engel« bis hin zu modernen Kultfilmen wie »V wie Vendetta«.

Darüber hinaus finden Produzenten für langlaufende Formate wie Dailys, Weeklys und Telenovelas deutschlandweit einmalige Produktionsbedingungen. Am laufenden Band werden die neuen Folgen der seit 1992 erfolgreichen Daily-Soap »Gute Zeiten, schlechte Zeiten« (Grundy UFA) abgedreht; am 18. August 2006 wurde auf dem Gelände des Studio Babelsberg das neue Außenset der Serie eingeweiht. Zur offiziellen Eröffnung trat Ministerpräsident Matthias Platzeck für eine Gastrolle vor die Kamera - und meisterte sie gleich mit Bravour.

Raum für Innovationen

Hasso Plattner Ventures, der 2004 vom SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratsvorsitzenden gegründete Venture Capital-Fonds, ist 2006 in die neuen Firmenräume in Potsdam-Babelsberg eingezogen. Die renovierte Villa an der August-Bebel-Str. 88 liegt nur einen Steinwurf vom Studiogelände entfernt.

Beim Einzug konnte CEO und Präsident Eran Davidson verkünden, dass sich die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) und das kalifornische Venture Capital-Unternehmen CMEA Ventures mit jeweils 5 Mio. Euro an dem von Plattner gegründeten Fonds mit einem geplanten Gesamtvolumen von 50 Mio. Euro beteiligen werden. »Beide sind von unserem neuartigen Konzept überzeugt, wollen die jungen Unternehmer aktiv unterstützen und sehen genau wie wir gute Geschäfts-Chancen«, sagte Davidson. Es geht ihm darum, einen – auch finanziell – wichtigen Beitrag zu einem innovativen und wettbewerbsfähigen Deutschland zu leisten, das neuen Unternehmergeist zeigt. »Zwar herrscht bei uns kein Mangel an Ideen, doch brauchen wir neue Wege, um diese in Geschäftserfolge und nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu verwandeln«, so Plattners Überzeugung.

Jährlich sollen fünf Startup-Firmen in den Inkubator aufgenommen werden – nicht nur aus der Medienbranche. Sie müssen dort ihren Firmensitz ansiedeln und eine maßgeschneiderte »road map« für die künftige Entwicklung verfolgen. Maximal vier Mio. Euro sollen jeweils in die Firmenprojekte investiert werden. Im Gegenzug übertragen die Jungunternehmer Firmenanteile.
Prof. Hasso Plattner hat auch das »Annual Forum on Entrepreneurship« ins Leben gerufen, auf dem jedes Jahr im Juni in Potsdam ein junges Unternehmen als »Start-up of the Year« ausgezeichnet wird. Im Mai findet der ebenfalls von Plattner initiierte »European Venture Market« statt. Er ist eine Plattform für alle Formen von bankergänzenden und bankalternativen Finanzierungen, die Unternehmer und Kapitalgeber zusammenführt.

Natürlich blond

Seit 1909 wird am Standort Berlin-Tempelhof Filmgeschichte und seit Mitte der sechziger Jahre Fernsehgeschichte geschrieben. Renommierte Produktionsfirmen wie Literaria, Messter Film und UFA begründeten den Ruf des Studiogeländes. Mit der Auflösung der UFA im Jahr 1963 begann für das Gelände an der Oberlandstraße unter Federführung der Berliner Union-Film eine neue Ära.
Das Areal am Herzen der Spreemetropole wurde zum Anziehungspunkt für immer mehr Medienunternehmen, darunter das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), seit über 30 Jahren einer der wichtigsten Geschäftspartner der Berliner Union-Film, sowie namhafte Film-, Fernseh- und Sychronproduzenten. Auch Endemol Deutschland hat 2006 Produktionsräume bei der Berliner Union-Film bezogen und mit dem kompletten technischen Außendreh-Equipment des Studiodienstleisters drei Komödien in Berlin produziert. Zwei der TV-Movies sind für das ZDF und eine ist für Sat.1 bestimmt. Zudem kommt das technische Equipment der Berliner Union-Film bei zahlreichen Außenproduktionen zum Einsatz, wie bei den Novafilm-Produktionen »Der Letzte Zeuge« und »Der Landarzt«, bei »Soko Leipzig«, »Ein starkes Team« oder neuen Verfilmungen von Rosamunde Pilcher. In der Spitze werden bis zu 16 Außendreh-Produktionen parallel technisch und personell durch die Berliner Union-Film ausgestattet. Dazu kommen die kontinuierlichen Studioproduktionen »Nachtstudio« und »Berlin Mitte«.

Alle in einem Nest

Auch in Berlin-Adlershof melden Medienzentren erfolgreiche Neuansiedlungen. Unter anderem haben hier die naturwissenschaftlichen Institute der renommierten Humboldt-Universität ihren Sitz. »Adlershof ist zwar noch keine Marke wie Stanford oder Harvard«, sagt Günther Tränkle, der Direktor des Ferdinand-Braun-Instituts für Höchstfrequenztechnik, »aber es ist auf dem besten Weg dorthin.«

Im Zentrum des Geschehens stand Adlershof schon kurze Zeit, nachdem Köpenick durch den Schuhmacher Friedrich Wilhelm Voigt 1906 um 3.557,45 Goldmark erleichtert wurde. Drei Jahre nach dem berühmten Schelmenstreich des »Hauptmanns von Köpenick« wurde nördlich von Adlershof der erste Motorflugplatz Deutschlands eröffnet. Zwei Jahre später entstand die erste Fliegerschule, kurz darauf die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt.

Nähe wird in Adlershof großgeschrieben – räumliche wie geistige. Ob Wissenschaftler oder Unternehmer, man trifft sich täglich in der gemeinsamen Kantine oder einfach auf der Straße. Ideen, die von Wissenschaftlern erdacht werden, werden hier gleich von Unternehmern in die Tat umgesetzt. Adlershof, wo vor der Wende auch Angela Merkel forschte, ist das Vorzeigeprojekt der deutschen Hauptstadt in Sachen Wissenschaft und Hightech.

Good Bye Lenin!

Film und Fernsehen aus Adlershof haben Tradition. Heute ist Adlershof mit über 100 Medienunternehmen Berlins größter Medienstandort und bietet von der Ausstattung bis zur Postproduktion optimale Bedingungen für Fernseh- und Filmproduktionen. Herzstück des Medienstandortes Adlershof ist das Studio Berlin Adlershof GmbH, das sich zu einem leistungsfähigen Studiozentrum entwickelt hat. Hier werden Events, Film- und Fernsehformate jeder Größenordnung produziert wie etwa der erfolgreichste Spielfilm der jüngeren deutschen Kinogeschichte »Good Bye Lenin!«.


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