
Kampf um die TV-Kunden.

TV-Empfang und Internetanschluss in deutschen Haushalten.

Eine große Auswahl von IP-Telefonen bietet der Hersteller Cisco an, teilweise sogar mit Video-Funktion.

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Telekommunikations-Anbieter übertragen Fernsehen, Kabelbetreiber machen selbst Programm. Der Konkurrenzkampf um den TV-Markt hat eine neue Qualität erreicht: Telekommunikations-Anbieter übertragen Fernsehen, Kabelbetreiber machen selbst Programm. »Triple Play« lautet das Schlagwort, mit dem der Weg in die Zukunft beschritten werden soll: Dann kommt aus der TV-Buchse nicht nur das TV-Programm, sondern auch die Telefon- und Internetverbindung, und das alles von nur einem Anbieter. Kabelgesellschaften und Satellitenbetreiber haben das Telekommunikations-Geschäft entdeckt und schnüren Angebotspakete, mit denen Kunden alle drei Bereiche abdecken können. Der Kampf um den Verbraucher hat begonnen. Die Deutsche Telekom kann sich über die neue Konkurrenz natürlich gar nicht freuen und dreht den Spieß jetzt um: Mit Online-TV will der rosa Riese selbst zum »Triple Player« werden.
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| Anpfiff für Online-TV |
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Einen großen Schritt in diese Richtung machte die Telekom bereits mit dem Erwerb der Online-Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga. Ab der Saison 2006/2007 können Surfer die Spiele der deutschen Vereine über das Netz verfolgen. Darüber hinaus verhandelt der Konzern mit der RTL-Group, der Pro7Sat.1-Gruppe und Premiere über die Zulieferung weiterer Programminhalte. Schon in naher Zukunft könnte die Telekom ein vielseitiges Free- und Pay-TV-Programm anbieten. Trotzdem zielt das Engagement des ehemaligen Monopolisten momentan nicht unbedingt auf das Fernsehgeschäft im engeren Sinne. Vielmehr will die Telekom die eigenen Highspeed-Internetzugänge mit den TV-Angeboten attraktiver machen. So bemerkte Telekom-Vorstand Walter Raizner schon zum Erwerb der Bundesliga-Rechte: »Wir wollen keine Fußball-Abos verkaufen, sondern DSL-Anschlüsse.« Wenn die Telekom also in diesem Jahr in Berlin und neun weiteren Großstädten ihr neues VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz einrichtet, soll Online-TV die Kunden zum Aufrüsten einladen.
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| Zukunft und Gegenwart |
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Doch auch als eigenständiges Geschäft wird Fernsehen via Internet immer interessanter. Dazu trägt zunächst die technische Entwicklung bei. Dank moderner Highspeed-Verbindungen kann Online-TV inzwischen sogar hochauflösend gesendet werden. Die Tage kleiner, pixeliger Bilder dürften damit bald gezählt sein. Außerdem werden Möglichkeiten wie »Video on Demand« das Internet zunehmend attraktiver machen: Mit ein paar Mausklicks wird der Fernsehzuschauer nicht nur einzelne Filme anfordern, sondern sich ein komplettes Programm zusammenstellen können, das dann je nach Inhalt abgerechnet wird.
Schon heute stellen viele Sender wie die Deutsche Welle TV oder der Musiksender VIVA aus Berlin Teile ihres Programmes online, kostenfrei versteht sich. Das Parlamentsfernsehen bietet gar sein komplettes Programm als Live-Stream im Internet an. So erhöht der Sender seine Reichweite weit über Berlin hinaus. Der private Sender Fernsehen aus Berlin (FAB) bietet zwar keinen Live-Stream an, auf der Website kann sich der Zuschauer aber vorab über die aktuellen Beiträge informieren, was sich offenbar positiv auswirkt: Das Geschäftsjahr 2004/2005 konnte der 1990 gegründete Sender mit einem signifikanten Gewinn abschließen.
Auch kleinere Sender nutzen den zusätzlichen Verbreitungsweg. Ein Beispiel ist das in diesem Jahr gestartete Spartenprogramm JobTV, das sich ausschließlich mit den Themen Job, Karriere und Gründerberatung beschäftigt. Der interessierte Stellensuchende kann die aktuellsten Beiträge jederzeit im Internet abrufen, gleichzeitig auf den Webseiten nach passenden Ausschreibungen suchen und sich dort auch mit einem Video präsentieren. Fernsehen und Internet wachsen bei diesem Angebot immer mehr zusammen.
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| IPTV auf der IFA 2006 |
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Auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin spielt »Triple Play« und vor allem IPTV, also das Fernsehen über Internet Protokoll neben HDTV (High Definition Television) und Handy-TV eine große Rolle. Laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Goldmedia werden bis 2010 mehr als 1,3 Millionen Haushalte in Deutschland IPTV nutzen. Das liegt unter anderem an den vielfältigen Möglichkeiten, die IPTV bietet neben dem großen Programmangebot wird es auch durch den Rückkanal attraktiv, denn so können während des Fernsehens andere interaktive Dienste wie Online-Versteigerungen oder Sport-Wetten genutzt werden. Die IFA 2006 wird eine Plattform für diese neue Technik bieten. Fragen wie »Welche Endgeräte sind für den Empfang von IPTV nötig?« und »Mit welchen Kosten müssen die Kunden rechnen?« werden dort im Mittelpunkt stehen.
Trotz aller Verheißungen steht Fernsehen via Internet in Deutschland noch ganz am Anfang. Folgt man einer aktuellen Umfrage der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaft, wird sich das auch nur langsam ändern: Von den befragten 114 Experten und rund 6.000 Konsumenten glaubten 85 Prozent, dass Online-TV erst ab 2015 zum Massenmarkt avancieren wird. Nur jeder Fünfte schätzte, dass der Verbreitungsweg im Jahre 2010 von größerer Bedeutung sein wird.
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Kabel macht Fernsehen
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Die Telekom ist mit ihrem Einstieg ins TV-Geschäft nicht der einzige Konzern, der sich neue Aktionsfelder auf dem Fernsehmarkt sucht. Schmerzhaft musste das zuletzt der Pay-TV-Sender Premiere feststellen: Beim Erwerb der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga ist ihm Arena zuvorgekommen, ein Tochterunternehmen des Kölner Kabelbetreibers Unity Media, der im letzten Jahr aus der Fusion der Kabelgesellschaften ish (NRW), iesy (Hessen) und Tele Columbus (Berlin) hervorgegangen war. Damit der neue Fußball-Sender auch Zuschauer außerhalb der Unity-Media-Gebiete erreichen kann, sind Verträge mit weiteren Kabel- und Satellitenbetreibern abgeschlossen worden, darunter auch Premiere und Kabel Deutschland. Arena-Generalbevollmächtiger Bernard de Roos ist sich des Erfolgs bereits sicher: »Für uns ist das der Deal des Jahrhunderts, und wir werden rechtzeitig mit einem professionellen Angebot auf dem Markt sein.« In jedem Fall hat das neue Programm Signalwirkung für die Kabel- und vielleicht auch Satellitengesellschaften: Künftig ist von hier verstärkte Konkurrenz für die klassischen Sendeanstalten zu erwarten.
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| Daten und Fakten |
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